Dienstag, 25. Februar 2020 19:00 Uhr

NS-Herrschaft und Kollaboration. Die Niederlande unter deutscher Besatzung

Vortrag: Prof. Dr. Gerhard Hirschfeld, Stuttgart
Moderation: Klaus Hesse, Berlin

Topographie des Terrors Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Begleitprogramm zur Sonderausstellung „Fotografien der Verfolgung der Juden. Die Niederlande 1940–1945

(Gemeinsam mit dem NIOD Instituut voor Oorlogs-, Holocaust- en Genocidestudies in Kooperation mit dem Joods Cultureel Kwartier/Nationaal Holocaust Museum i.o.)

Nach der Invasion deutscher Truppen im Mai 1940 wurde in den Niederlanden eine deutsche Zivilverwaltung eingerichtet. Gemäß den Direktiven des „Reichskommissars für die besetzten niederländischen Gebiete”, Arthur Seyß-Inquart, lenkten fortan deutsche „Generalkommissare” die Tätigkeit der von den „Generalsekretären” geleiteten niederländischen staatlichen Verwaltung. In der ersten Zeit war die Bereitschaft des niederländischen Staatsapparates, vor allem der Polizei-, Justiz- und Innenverwaltung, zur Zusammenarbeit sehr ausgeprägt. Besonders die niederländischen Nationalsozialisten kooperierten eng mit den deutschen Besatzungsstellen. Tausende meldeten sich freiwillig zu den „germanischen” Einheiten der Waffen-SS oder dienten in niederländischen Polizei- und Milizverbänden.
In seinem Vortrag untersucht Gerhard Hirschfeld die Bereitschaft zur Kollaboration in den Niederlanden unter der deutschen Besatzungsherrschaft 1940–1945 und fragt auch, wie diese Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs dort erinnert wird.

Gerhard Hirschfeld, 1946 geboren, ist Honorarprofessor am Historischen Institut der Universität Stuttgart und war bis 2011 Leiter und Direktor der Bibliothek für Zeitgeschichte in Stuttgart. 1996/97 und 2006/07 war er Fellow des Netherlands Institute of Advanced Studies in the Humanities and Social Sciences, von 1991 bis 2000 Vorsitzender des Deutschen Komitees für die Geschichte des Zweiten Weltkriegs und von 2000 bis 2010 Präsident des International Committee for the History of the Second World War. Zu seinen Veröffentlichungen gehören Fremdherrschaft und Kollaboration. Die Niederlande unter deutscher Besatzung (1984), Deutschland im Ersten Weltkrieg (2013, Mitautor) und 1918. Die Deutschen zwischen Weltkrieg und Revolution (2018, Mitautor).

Klaus Hesse ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Topographie des Terrors und Co-Kurator der deutsch- und englischsprachigen Fassung der Sonderausstellung „Fotografien der Verfolgung der Juden. Die Niederlande 1940–1945”.