Montag, 12. November 2018 18:15 Uhr

Mythos Babylon Berlin. Weimar in der Populärkultur

Vortrag: Dr. Hanno Hochmuth, Potsdam
Moderation: Dr. Tilmann Siebeneichner, Berlin

Veranstaltungsort:
Deutsches Historisches Museum Zeughauskino
Unter den Linden 2, 10117 Berlin-Mitte

Eintritt frei

Ringvorlesung Weimars Wirkung. Das Nachleben der ersten deutschen Republik

(Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Neueste und Zeitgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, in Kooperation mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Deutschen Historischen Museum)

Schon in der Weimarer Republik wurde Berlin oft als Babylon bezeichnet. Babylon Berlin diente als Sinnbild der rasant wachsenden Metropole, die hoch hinaus wollte und Menschen aus aller Welt anzog. Es stand für das Sündenbabel der Reichshauptstadt, die sich von den gesellschaftlichen Zwängen des Kaiserreichs verabschiedete und Freiheit und Freizügigkeit gewährte. Doch Babylon wäre nicht Babylon, wenn darauf nicht der jähe Absturz in die Diktatur gefolgt wäre. So steht die Chiffre gleichermaßen für den Mythos der Freiheit als auch für die Ambivalenz der Moderne. Genau das macht den Reiz von Babylon Berlin aus und erklärt, warum der Topos seit nunmehr fast einem Jahrhundert einen festen Bestandteil der Berliner Stadterzählung bildet. Mit den erfolgreichen Kriminalromanen von Volker Kutscher und ihrer aufwändigen Verfilmung durch Tom Tykwer hat der Mythos Babylon Berlin einen weiteren Schub erhalten. Dabei beruht der Erfolg der Bücher und der Serie zu einem großen Teil auf der wachsenden Anziehungskraft Berlins, das geschickt als „Stadt der Freiheit” inszeniert und vermarktet wird.

In seinem Vortrag nähert sich Hanno Hochmuth dem Mythos anhand ausgewählter populärer Auseinandersetzungen mit dem Berlin der Weimarer Republik: angefangen bei den zeitgenössischen Filmen Fritz Langs über Bob Fosses „Cabaret” bis hin zur Serie „Babylon Berlin”.

Hanno Hochmuth, 1977 geboren, ist wissenschaftlicher Referent am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte Berlins, DDR-Geschichte, Public History und Geschichtstourismus. Zu seinen Publikationen zählt Kiezgeschichte. Friedrichshain und Kreuzberg im geteilten Berlin (2017).

Tilmann Siebeneichner, 1976 geboren, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neueste und Zeitgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin.