Dienstag, 11. Februar 2020 19:00 Uhr

Europa und die demokratischen Parteien

Vortrag: Prof. Dr. Kiran Klaus Patel, München
Moderation: Prof. Dr. Oliver Janz, Berlin

Topographie des Terrors Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Veranstaltungsreihe „Europa – Visionen und Praxis im 20. und 21. Jahrhundert”

(Gemeinsam mit Prof. Dr. Arnd Bauerkämper, Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin, und Prof. Dr. Hartmut Kaelble, em., Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin)

Demokratische Parteien waren im 20. Jahrhundert wesentliche Träger und Vermittler von Europavorstellungen. Sie hatten sowohl auf formeller wie auch auf informeller Ebene wesentlichen Anteil daran, dass manche dieser Visionen zudem ihren Niederschlag im Aufbau und der Arbeit europäischer Institutionen finden konnten. Dabei reicht das Spektrum von proeuropäischen Bekenntnissen, etwa im Parteiprogramm der SPD von 1925, über informelle transnationale Parteiennetzwerke zur Unterstützung proeuropäischer Vorschläge bis hin zur Mitarbeit in den Institutionen der EU unserer Tage, besonders im Europäischen Parlament. Heute steht Europa vor der Frage, was die Erosion von einstmals vergleichsweise stabilen Parteilandschaften für politische Vorstellungswelten und die Praxis bedeuten und welche Herausforderungen sich stellen, wenn durch demokratische Wahlen legitimierte Parteien illiberale Vorstellungen vertreten. Am Beispiel einiger Vertreterinnen und Vertreter demokratischer Parteien im 20. und 21. Jahrhundert geht der Vortrag diesen und damit verbundenen Problemen und Perspektiven nach.

Kiran Klaus Patel, 1971 geboren, ist Professor für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zuvor hatte er Lehrstühle an der Maastricht University und dem Europäischen Hochschulinstitut in Florenz inne sowie eine Juniorprofessur an der Humboldt-Universität zu Berlin. In Forschung und Lehre hat er sich mit einer Vielzahl von Themen der europäischen und der US-amerikanischen Geschichte befasst. Zu seinen Publikationen gehören Europäisierung wider Willen. Die Bundesrepublik Deutschland in der Agrarintegration der EWG 1955–1975 (2009), Der Europäer. Ein Konstrukt. Wissensbestände, Diskurse, Praktiken (2009, Mithg.), The New Deal: A Global History (2016) und Projekt Europa. Eine kritische Geschichte (2018).

Oliver Janz, 1960 geboren, ist Professor für Neuere Geschichte und Dekan des Fachbereichs Geschichts- und Kulturwissenschaften an der Freien Universität Berlin.