Manager der Gewalt. Der SS-Führer Erich von dem Bach-Zelewski
Der Werdegang von Erich von dem Bach-Zelewski (1899–1972) entspricht in vielerlei Hinsicht einer klassischen Karriere der Gewalt im NS-Staat. Mit 15 Jahren Freiwilliger im Ersten Weltkrieg, während der Weimarer Zeit kurzzeitig in völkischen Gruppierungen aktiv, 1930 Eintritt in die NSDAP und die SS, während der NS-Zeit Aufstieg zum Höheren SS- und Polizeiführer für Schlesien. Als Höherer SS- und Polizeiführer Russland-Mitte verantwortete er die Ermordung der jüdischen Bevölkerung entlang des Mittelabschnitts der Ostfront, als Chef der „Bandenkampfverbände“ die Bekämpfung von Partisanen im gesamten deutsch besetzten Osteuropa. Im August 1944 befehligte er die Niederschlagung des Warschauer Aufstands. Nach Kriegsende war er zunächst in alliierter Haft und trat als Zeuge bei den Nürnberger Prozessen auf. 1951 aus der Haft entlassen, wurde er Anfang der 1960er Jahre durch die westdeutsche Justiz zu lebenslänglicher Haft verurteilt.
In seinem Buch Erich von dem Bach-Zelewski (2025) zeichnet Jan Kreutz die von diesem verantworteten Massenverbrechen nach und zeigt anhand zahlreicher Selbstzeugnisse, wie Bach-Zelewski die von ihm angewendete Gewalt schreibend verarbeitete, sich dabei inszenierte, rechtfertigte und mehrfach neu erfand.
Jan Kreutz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Geschichte und Geschichtsdidaktik der Europa-Universität Flensburg. Er absolvierte ein Studium der Geschichte, Politikwissenschaft sowie der Friedens- und Konfliktforschung. Mit der vorliegenden Studie wurde er an der Universität Hamburg promoviert.
Andreas Mix ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Ausstellungskurator der Stiftung Topographie des Terrors.
- Buchpräsentation
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Dr. Jan Kreutz, Flensburg
- Moderation
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Andreas Mix, Berlin
- Wann
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Dienstag, 3. Februar 2026 19:00 Uhr
- Wo
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Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg - Hinweis
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