Franz Stangl. Kommandant der Vernichtungslager Sobibor und Treblinka
Franz Stangl musste sich als einziger ehemaliger Kommandant eines NS-Vernichtungslagers in Deutschland vor Gericht verantworten, nachdem Brasilien ihn 1967 an die Bundesrepublik ausgeliefert hatte. Vom Beamten im „Judenreferat“ der Staatspolizeileitstelle Linz (1938–40) und stellvertretenden Büroleiter der Tötungsanstalt Hartheim (1940/41) stieg er bis zum Kommandanten der Vernichtungslager Sobibor und Treblinka (1942/43) und schließlich zum Leiter von zwei Einsatzstäben in der Operationszone Adriatisches Küstenland (1943/44) auf, deren Auftrag in der Partisanenbekämpfung und Judenverfolgung bestand. 1970 verurteilte das Landgericht Düsseldorf Stangl zu lebenslanger Haft. Er starb, bevor das Urteil rechtskräftig wurde.
In seiner Studie Franz Stangl (1908–1971). Leben – Biografische Erzählung – Rezeption. Annäherungen an einen NS-Täter (2025) schildert Florian Gregor den Werdegang dieses „Praktikers der Vernichtung“ und zeigt, wie es Stangl vor Gericht und in Gesprächen mit der britischen Journalistin Gitta Sereny gelang, seine eigene Deutung der nationalsozialistischen Vergangenheit zu verbreiten.
Florian Gregor ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrgebiet Geschichte der Europäischen Moderne der FernUniversität Hagen. Er absolvierte ein Studium der Sozialwissenschaft, Geschichte, Jewish Studies und Holocaust Studies in Bochum, Düsseldorf und Berlin. Mit der vorliegenden Studie wurde er an der FernUniversität Hagen promoviert.
Stephan Lehnstaedt, Historiker, ist Professor für Holocaust-Studien und jüdische Studien an der Touro University, Campus Berlin.
- Buchpräsentation
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Dr. Florian Gregor, Hagen
- Moderation
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Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt, Berlin
- Wann
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Dienstag, 10. Februar 2026 19:00 Uhr
- Wo
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Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg - Gemeinsam mit
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Metropol Verlag, Touro College (Campus Berlin)
- Hinweis
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