Anmeldung erforderlich
Date Donnerstag, 18. Oktober 2007, 18:00 Uhr
Ort Vor Ort
Format Vortrag

Erzwungener Verrat. Jüdische Greifer im Dienst der Gestapo

Im März 1943 gab es in Berlin etwa 5000 Juden, die sich der Deportation entzogen hatten und versteckt in der Stadt lebten. Die Geheime Staatspolizei beauftragte eine Anzahl von jüdischen Fahndern damit, diese „Illegalen” aufzuspüren und zu verhaften. Die Festgenommenen wurden in ein Sammellager gebracht und von dort aus nach Auschwitz deportiert.

Von den jüdischen Verfolgten wurden die von der Gestapo rekrutierten Mitarbeiter des „jüdischen Fahndungsdiensts” als „Greifer” bezeichnet. Auf der Basis langjähriger Forschungen beleuchtet Doris Tausendfreund diese Personengruppe und ihre Tätigkeit. Wer waren diese Fahnder? Weshalb willigten sie ein, andere Juden zu verraten? Und wie ist es zu erklären, dass sie in einzelnen Fällen Verfolgten halfen und ihnen das Leben retteten? Am Beispiel vieler umfassend recherchierter Biografien bietet die Autorin mögliche Antworten und Erklärungen.

Doris Tausendfreund, 1970 geboren, ist seit 2006 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Visual History Archive” am Center für digitale Systeme der Freien Universität Berlin. Die Diplom-Kommunikationswirtin und Historikerin promovierte 2005 am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. Ihre Dissertation erschien 2006 unter dem Titel „Erzwungener Verrat. Jüdische ‚Greifer’ im Dienst der Gestapo 1943-1945”.

Vortrag

Dr. Doris Tausendfreund, Berlin

Veranstaltungsort

Bibliothek der Stiftung Topographie des Terrors | Stresemannstr. 111 | 10963 Berlin-Kreuzberg

nach oben