Entnazifizierung in Berlin. Ideen und Praxis
Berlin, 1945: Welche Maßnahmen zur Beseitigung nationalsozialistischer Einflüsse wurden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in der ehemaligen Reichshauptstadt von den Alliierten ergriffen?
In ihrer Studie Entnazifizierung in Berlin. Ideen und Praxis (2025) blickt Julana Bredtmann auf die Viermächtestadt und rekonstruiert anhand umfangreichen Archivmaterials zentrale Aspekte der Entnazifizierung in Verwaltung, Recht, Wirtschaft und Kultur im Kontext der Nachkriegsjahre und in der geteilten Stadt. Sie beleuchtet, was oft vernachlässigt wird: dass Analysen des Nationalsozialismus – etwa des Politologen Franz L. Neumann, des Juristen Ernst J. Cohn oder des Germanisten Edmond Vermeil – entscheidenden Einfluss auf die alliierten Strategien zur Entnazifizierung hatten. Denn die Frage, ob das NS-Regime vorrangig als politisches, rechtliches, kulturelles oder ökonomisches Phänomen zu begreifen war, prägte das Vorgehen von Großbritannien, Frankreich, den Vereinigten Staaten von Amerika und der Sowjetunion.
Julana Bredtmann ist Leiterin des Gedenkstättenreferats der Stiftung Topographie des Terrors. Zuvor war sie für die International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) tätig und koordinierte dort zuletzt die Initiative Global Task Force Against Holocaust Distortion. Sie absolvierte ein Studium der Politikwissenschaften in Wien und Berlin. Mit der vorliegenden Studie wurde sie am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften der Freien Universität Berlin promoviert.
Stephanie Bohra ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Topographie des Terrors.
- Buchpräsentation
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Dr. Julana Bredtmann, Berlin
- Moderation
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Dr. Stephanie Bohra, Berlin
- Wann
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Dienstag, 7. Oktober 2025 19:00 Uhr
- Wo
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Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg - Gemeinsam mit
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Metropol Verlag
- Hinweis
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