Deutsche Besatzungspolitik in Litauen 1941–1944
In Litauen verloren mindestens 420.000 Menschen als Folge der deutschen Besatzungspolitik zwischen 1941 und 1944 ihr Leben. Sie wurden von Deutschen und litauischen Helfern ermordet.
In seiner zweibändigen Studie Deutsche Besatzungspolitik in Litauen 1941–1944 (2011) analysiert Christoph Dieckmann die deutsche Politik und ihre Massenverbrechen im Kontext der deutschen Kriegführung und stellt auf der Basis deutscher, litauischer und jüdischer Quellen die unterschiedlichen Sichtweisen der beteiligten Gruppen dar. Untersucht werden dabei nicht nur die Prozesse in Politik und Wirtschaft im besetzten Litauen, sondern auch die nationale Vorgeschichte.
Im Mittelpunkt der multiperspektivischen Darstellung zur Shoah steht die jüdische Opferperspektive. Dieckmann rekonstruiert die Verfolgungs-, Raub- und Mordprozesse und bezieht das bisher weitgehend unbekannte Geschehen in der litauischen Provinz und den zahlreichen Ghettos und Arbeitslagern ein. Anhand deutscher und sowjetischer Quellen beschreibt er auch das Schicksal sowjetischer Kriegsgefangener und weiterer Opfergruppen. Ein eigenes Kapitel ist der Geschichte der vielfältigen Widerstandsgruppen von Juden, Litauern, Polen und sowjetischen Partisanen gewidmet.
Christoph Dieckmann, 1960 geboren, arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut in Frankfurt/M. und lehrt moderne europäische Geschichte an der Keele University, Großbritannien. Zu seinen neueren Veröffentlichungen gehören Murders of Prisoners of War and of Civilian Population in Lithuania 1941–1944 (2005, mit Vytautas Toleikis und Raimundas Zizas)und Im Ghetto 1939–1945. Neue Forschungen zu Alltag und Umfeld (2009, hg. mit Babette Quinkert). Dieckmann war Mitglied der Forscher- und Expertengruppe der „Internationalen Kommission für die Untersuchung der Verbrechen der nationalsozialistischen und sowjetischen Besatzungsregime in Litauen”.
Michael Wildt, 1954 geboren, ist Professor für Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt im Nationalsozialismus an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er hat zahlreiche Studien zur Geschichte der Gewalt und zum nationalsozialistischen Terror vorgelegt.
- Gesprächsrunde
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Der Autor Dr. Christoph Dieckmann, Frankfurt a.M./Keele University,
im Gespräch mit Prof. Dr. Michael Wildt - Veranstaltungsort
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Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg - Partner
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Gemeinsam mit dem Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin