Dienstag, 8. Juni 2021 19:00 Uhr

Von der letzten Zerstörung. Die Zeitschrift „Fun letstn churbn” der Jüdischen Historischen Kommission in München 1946–1948

Buchpräsentation:  Frank Beer, Bergisch Gladbach, und  Dr. Markus Roth, Frankfurt/M.
Lesung: Ruth Reinecke, Berlin
Moderation: Dr. Angelika Königseder, Berlin

Livestream
Eine Teilnahme vor Ort ist nicht möglich.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten zahlreiche jüdische Verfolgte des NS-Regimes aus verschiedenen Ländern als „Displaced Persons” in Deutschland. In der Zeitschrift Von der letzten Zerstörung publizierte Israel Kaplan, selbst Überlebender der Shoah, von 1946 bis 1948 viele ihrer Zeugnisse. Die Überlebenden berichteten über den Alltag, die Verfolgung und Ermordung der Juden in ihren früheren Heimatorten, in zahllosen Ghettos und Lagern sowie über Aktionen jüdischen Widerstands. Mit der gerade erschienenen Edition der von der Jüdischen Historischen Kommission in München gesammelten Quellen wird dieses einmalige Projekt erstmals vollständig und kommentiert außerhalb der jiddischen Sprache zugänglich.

Frank Beer, 1965 geboren, ist promovierter Naturwissenschaftler und Wissenschaftlicher Mitarbeiter einer Bundesbehörde in Bergisch Gladbach. Er ist Initiator und Mitherausgeber der Quellenedition Nach dem Untergang. Die ersten Zeugnisse der Shoah in Polen 1944–1947 (2014). Seine Übersetzungen von Zeitzeugenberichten erschienen in Büchern und im Internet.

Markus Roth, 1972 geboren, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz Bauer Institut. Zuvor war er stellvertretender Leiter der Arbeitsstelle Holocaustliteratur an der Universität Gießen. Zu seinen neueren Veröffentlichungen gehört HolocaustZeugnisLiteratur. 20 Werke wieder gelesen (2018, Mithg.).

Ruth Reinecke, 1955 geboren, ist Schauspielerin. Sie war mehr als 40 Jahre am Berliner Maxim Gorki Theater, arbeitet regelmäßig für Film und Fernsehen und spricht Hörbücher ein. Für die TV-Serie „Weissensee” erhielt sie 2016 den Grimme-Preis.

Angelika Königseder, 1966 geboren, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin.