Dienstag, 21. Juni 2022 19:00 Uhr

„Taten statt Worte”. Rechtsterrorismus und rechte Gewalt

Begrüßung:
Dr. Andrea Riedle, Direktorin der Stiftung Topographie des Terrors, Berlin
Prof. Dr. Miriam Rürup, Direktorin des Moses Mendelssohn Zentrums für europäisch-jüdische Studien, Potsdam

Vortrag: Prof. Dr. Gideon Botsch, Potsdam

Moderation: Heike Kleffner, Berlin

Eröffnung der Veranstaltungsreihe „Rechtsextremismus in Vergangenheit und Gegenwart”

(Gemeinsam mit dem Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien in Potsdam)

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Rechtsterrorismus ist ein Problem von hoher Aktualität. Gezielte, oft mörderische Anschläge in Deutschland und weltweit haben die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für diese Dimension rechtsextremer Gewalt in den vergangenen Jahren geschärft. Auch die Sicherheitsbehörden achten in der Zwischenzeit genauer auf Radikalisierungsprozesse am rechten Rand. Das war nicht immer so, wie Gideon Botsch in seinem Vortrag an historischen Beispielen deutlich macht. Aber warum taten sich Behörden und demokratische Öffentlichkeit so schwer, Rechtsterrorismus als solchen zu erkennen und zu benennen? Botsch vertritt die These, dass es sich bei diesem um eine extreme Steigerung jener Gewalt handelt, mit der verschiedene Opfergruppen schon in ihrem Alltag konfrontiert sind. Übergänge zum Terrorismus müssen dabei nicht aufwändig ideologisch gerechtfertigt werden – sie gehen fließend aus rechtsextremen Gewaltpraktiken hervor. Der Gewaltakt selbst ist die politische Botschaft: Schon der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) propagierte „Taten statt Worte”. 

Gideon Botsch, 1970 geboren, ist Leiter der Emil Julius Gumbel Forschungsstelle Antisemitis­mus und Rechtsextremismus am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien und außerplanmäßiger Professor für Politikwissenschaft an der Universität Potsdam. Zu seinen Veröffentlichungen gehören der Band Die extreme Rechte in der Bundes­republik Deutschland 1949 bis heute (2012) sowie die Aufsätze NS-Propaganda im bundesdeutschen Rechtsextremismus (2015) und Was ist Rechtsterrorismus? (2019).

Heike Kleffner, 1966 geboren, ist Journalistin und Geschäftsführerin des Verbands der Bera­tungs­­stellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt.

Für die Teilnahme an dieser Veranstaltung bitten wir um Anmeldung: veranstaltungen(at)topographie.de