Dienstag, 1. September 2020 19:00 Uhr

Migration in Europa

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Europa – Visionen und Praxis im 20. und 21. Jahrhundert”

Begrüßung: Dr. Andrea Riedle, Direktorin der Stiftung Topographie des Terrors
Vortrag: Prof. Dr. Jochen Oltmer, Osnabrück
Moderation: Prof. Dr. Michael Schwartz, Berlin

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Eine Teilnahme vor Ort ist nicht möglich.

Im „langen” 20. Jahrhundert veränderte sich die Position Europas im globalen Migrationsgeschehen fundamental: Der Auswanderungskontinent wurde zum Einwanderungskontinent. Mehrfach verschoben sich die innereuropäischen Wanderungsrichtungen vor dem Hintergrund der Verlagerung der politischen Gefüge, der ökonomischen Gewichte und der Linien der Gewaltgeschichte Europas.
Der Vortrag fragt nach den Hintergründen und Bedingungen dieser grundlegenden und weitreichenden Veränderungen der europäischen Migrationsverhältnisse und -regime der vergangenen Jahrzehnte und blickt auf deren Folgen für die Gesellschaften Europas. Er fokussiert auf die Geschichte des Schengener Migrationsregimes, um die Herausbildung des gegenwärtigen europäischen Wanderungsraums zu erklären und geht schließlich ein auf die Position Europas in den globalen Migrationsverhältnissen der Gegenwart und der Zukunft.

Jochen Oltmer, 1965 geboren, ist apl. Professor für Neueste Geschichte und Migrationsgeschichte amInstitut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen vorgelegt, darunter die Monographien Migration und Politik in der Weimarer Republik (2005), Migration im 19. und 20. Jahrhundert (2010, 3. überarb. und aktual. Aufl. 2016), Globale Migration. Geschichte und Gegenwart (2012, 3. überarb. Aufl. 2016), Vom Ein- und Auswandern. Ein Blick in die deutsche Geschichte (Jugendsachbuch, zus. mit Nikolaus Barbian, 2016, 2. überarb. Aufl. 2019) und Migration. Geschichte und Zu-kunft der Gegenwart (2017, 2. erw. Aufl. 2020). Zu seinen aktuellen Aufsätzen zählt Migrationsgeschichte. Europa im globalen Wanderungsgeschehen der Neuzeit (2020).

Michael Schwartz, 1963 geboren, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin sowie apl. Professor für Neuere und Neueste Ge-schichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.