Donnerstag, 1. November 2018 19:00 Uhr

Kunst als Waffe. Der Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg. Ideologie und Kunstraub im „Dritten Reich”

Buchpräsentation: Dr. Hanns Christian Löhr, Berlin
Moderation: Dr. Christoph Jahr, Berlin

Topographie des Terrors Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Während des Zweiten Weltkriegs ließ Alfred Rosenberg – ermächtigt durch einen „Führerbefehl” Hitlers – über 21.000 Kunstwerke durch seinen „Einsatzstab” beschlagnahmen. Mit den geraubten Kunstwerken plante er ein neues Museum in Berlin. Um ein Zentrum der Ostforschung zu betreiben, raubte der NS-Chefideologe und spätere Reichsminister für die besetzten Ostgebiete außerdem zahlreiche Bücher und Akten aus dem Besitz jüdischer und freimaurerischer Organisationen sowie sowjetischer Institutionen. Es gelang Rosenberg, sich gegen Konkurrenten zu behaupten und bis zum Ende des „Dritten Reichs” die Kontrolle über die geraubten Objekte zu behalten. Nicht alle wurden nach dem Krieg von der US-Armee in den Depots des „Einsatzstabs Reichsleiter Rosenberg” gefunden – bis heute sind viele verschollen. Das Buch Kunst als Waffe (2018) enthält einen Katalog mit bislang unveröffentlichten Fotos einiger dieser Werke, deren Wiederentdeckung dadurch vielleicht eher gelingen kann. Noch während des Krieges hatte Rosenberg durch Tauschgeschäfte in Paris Werke abgegeben. Eines dieser Gemälde fand sich 2012 in der Münchner Kunstsammlung Gurlitt. Dies zeigt, wie aktuell das Thema „Kunstraub” bis heute ist.

Hanns Christian Löhr, 1961 geboren, arbeitet als Historiker und freiberuflicher Provenienzforscher in Berlin. Zu seinen Publikationen zählen Das Braune Haus der Kunst. Hitler und der „Sonderauftrag Linz”. Visionen, Verbrechen, Verluste (2005, 2., erw. Aufl. 2016) und Der eiserne Sammler. Die Kollektion Hermann Göring. Kunst und Korruption im „Dritten Reich” (2009). Der aktuelle Band bildet den Abschluss seiner Trilogie zum deutschen Kunstraub während des Zweiten Weltkriegs.

Christoph Jahr, 1963 geboren, ist Privatdozent am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört die Geschichte des Antisemitismus.