Donnerstag, 7. November 2019 19:00 Uhr

Erinnerungskonkurrenzen? Die Bedeutung des 9. November in der deutschen Erinnerungskultur

Kurzvorträge und Podiumsgespräch mit
Prof. Dr. Andreas Nachama und Propst Dr. Christian Stäblein (beide Berlin)
Moderation: Pfarrerin Marion Gardei, Berlin

Topographie des Terrors Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg

– Eintritt frei –

(Gemeinsam mit der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz)

Der 9. November ist im Kalender der Jahrestage mit einer Vielzahl von Ereignissen verbunden. In der deutschen Geschichte markierte er häufig einen epochalen Wende­punkt. Heute ist er vor allem ein Tag des Gedenkens an die Opfer der antijüdischen Pogrome im November 1938. Anlässlich des 30. Jahrestags wird in diesem Jahr in Berlin und andernorts insbesondere der „Fall” der Mauer 1989 und damit das Ende der deutschen Teilung zelebriert. Auch der 9. November 1918 hat als Tag der Republik- und Demokratiegründung im Übergang vom Kaiserreich zur Weimarer Republik einen festen Platz im historischen Gedächtnis.
In ihren Beiträgen geben Andreas Nachama und Christian Stäblein einen Überblick, wie die verschiedenen historischen Ereignisse des 9. November in Kirche, Politik und Gesellschaft erinnert werden und diskutieren auch, welche Relevanz die Erinnerungskultur für die Gegenwart hat.

Andreas Nachama ist Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Rabbiner der Synagoge Sukkat Schalom und Stiftungsratsvorsitzender des interreligiösen Projekts House of One in Berlin. Er hat zahlreiche Publikationen vorgelegt, darunter als Mitherausgeber die Bände Aufbau nach dem Untergang. Deutsch-jüdische Geschichte nach 1945 (1992), Basiswissen Judentum (2015) und „Kristallnacht”. Antijüdischer Terror 1938. Ereignisse und Erinnerung (2018) sowie den Aufsatz Zur Entstehung von Gedenkorten in der Demokratie (2006).

Christian Stäblein ist Propst der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) und damit theologischer Leiter des Konsistoriums in Berlin. Zugleich ist er designierter Bischof der EKBO und wird sein neues Amt am 15. November 2019 antreten. Zu seinen Veröffentlichungen gehören Predigen nach dem Holocaust. Das jüdische Gegenüber in der evangelischen Predigtlehre nach 1945 (2004) sowie der Aufsatz Die Zukunft des besonderen Verhältnisses zwischen Staat und Kirche in Deutschland. Eine praktisch-theologische und politische Diagnose (2015).

Marion Gardei ist Pfarrerin und Beauftragte für Erinnerungskultur der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.