Dienstag, 10. Dezember 2019 19:00 Uhr

Die Verfolgung der am Umsturzversuch des 20. Juli 1944 Beteiligten

Die Verfolgung der am Umsturzversuch des 20. Juli 1944 Beteiligten durch Gestapo und „Volksgerichtshof”
Vortrag: Prof. Dr. Johannes Tuchel, Berlin

Zeugnisse und Dokumente zum 20. Juli 1944
Lesung: Franziskus Claus, Berlin

Moderation: Prof. Dr. Andreas Nachama, Berlin

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Gemeinsam mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand)

Am 20. Juli 1944 verübte Oberst Graf von Stauffenberg im ostpreußischen „Führerhauptquartier Wolfschanze” ein Sprengstoffattentat auf Hitler. Nach dem niedergeschlagenen Umsturzversuch wurden die unmittelbar beteiligten Offiziere noch in derselben Nacht im Hof des Berliner Bendlerblocks erschossen. Neben militärischen Oppositionsgruppen standen hinter dem Aufstandsversuch auch zivile Widerstandskreise wie der „Goerdeler-Kreis”, der „Kreisauer Kreis” und Kreise oppositioneller Gewerkschafter. Die Verfolgung der am Umsturzversuch Beteiligten erfolgte mit äußerster Härte. Die Gestapo setzte eine „Sonderkommission 20. Juli” ein. Über 600 Personen wurden verhaftet, viele von ihnen im „Hausgefängnis” der Gestapo-Zentrale in der Prinz-Albrecht-Straße 8 inhaftiert. Die Verfahren vor dem „Volksgerichtshof” begannen im August 1944 und dauerten bis Kriegsende. Mehr als 100 Menschen wurden zum Tode verurteilt und hingerichtet. Andere wurden noch in den letzten Tagen des NS-Regimes in Konzentrationslagern ermordet.
In seinem Vortrag gibt Johannes Tuchel einen Überblick über die Widerstandsgruppen des 20. Juli und ihre Verfolgung durch Gestapo und „Volksgerichtshof”. Franziskus Claus liest aus Zeugnissen und Dokumenten, die vor und nach der Haftzeit entstanden sind.

Johannes Tuchel, 1957 geboren, ist Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand sowie apl. Professor für Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin und lehrt am Fachbereich für Holocaust Studien des Touro College Berlin. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus vorgelegt.

Franziskus Claus, 1994 geboren, ist Schauspielabsolvent der Universität der Künste Berlin. Ab 2020 wird er festes Ensemblemitglied am Staatsschauspiel Dresden.

Andreas Nachama ist Direktor der Stiftung Topographie des Terrors.