Dienstag, 27. August 2019 19:00 Uhr

Die brüchige Zwischenkriegsordnung: Vom Versailler Vertrag bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs

Vortrag: Prof. Dr. Herfried Münkler, Berlin
Moderation: Prof. Dr. Andreas Nachama, Berlin

Anmeldung: veranstaltungen(at)topographie.de

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, 10963 Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Die Pariser Friedensverträge von 1919/20 haben Europa neugeordnet. Sie verschoben nicht nur die politischen Kräfteverhältnisse auf dem Kontinent, sondern schufen auch eine neue Ordnung der Staaten in Mittel- und Osteuropa sowie im Vorderen Orient. Die Zwischenkriegsordnung litt jedoch darunter, dass die ihr zugrunde liegenden Legitimationsprinzipien und die in Paris ausgehandelten Grenzziehungen nicht zusammenpassten. Mittel- und Osteuropa sowie der Balkan waren zwischen 1919 und 1939 ein Raum ständiger Kriege, die nicht selten mit furchtbaren Gräueltaten gegen die Zivilbevölkerung einhergingen. Im geschlagenen Deutschland wurde vor allem der Versailler Vertrag diskutiert, der von der politischen Rechten bis zur Linken abgelehnt und bekämpft wurde. Eine Reihe von Gebietsabtretungen wurde als ungerecht und als ein Diktat der Sieger empfunden. Die NSDAP und Hitler verklammerten ihre Agitation vor 1933 und ganz besonders kurz vor dem Zweiten Weltkrieg mit der Revision der durch den Versailler Vertrag geschaffenen Grenzen und Staaten.
In seinem Vortrag schlägt Herfried Münkler einen Bogen vom Versailler Vertrag bis zum deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 und analysiert die Probleme der Zwischenkriegsordnung in einer Zeit, die durch eine ganz Europa umfassende politische Instabilität geprägt war.

Herfried Münkler, 1951 geboren, ist Professor em. für Politikwissenschaft (Theorie der Politik) an der Humboldt-Universität zu Berlin und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen vorgelegt. Zu seinen neueren Publikationen gehören Die Deutschen und ihre Mythen (2009), Der Große Krieg. Die Welt 1914–1918 (2013, 7. Aufl. 2015), Kriegssplitter. Die Evolution der Gewalt im 20. und 21. Jahrhundert (2015), Macht in der Mitte. Die neuen Auf-gaben Deutschlands in Europa (2015) und Die neuen Deutschen. Ein Land vor seiner Zukunft (2016, zus. mit Marina Münkler).

Andreas Nachama ist Direktor der Stiftung Topographie des Terrors.