Dienstag, 8. Oktober 2019 19:00 Uhr

Beamte im Nationalsozialismus: Pflicht, Verantwortung, Schuld?

Podium: Henry Marx, Berlin, Dr. Stefanie Middendorf, Potsdam, Prof. Dr. Jochen Streb, Mannheim
Impulsvortrag und Moderation: Prof. Dr. Alexander Nützenadel, Berlin

Begleitprogramm zur Sonderausstellung „Das Reichsarbeitsministerium 1933–1945: Beamte im Dienst des Nationalsozialismus”

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

In den vergangenen Jahren haben es sich mehrere Bundesministerien zur Aufgabe gemacht, die Geschichte ihrer Institution bzw. deren Vorgänger im „Dritten Reich” durch eine Unabhängige Historikerkommission untersuchen zu lassen. Dazu gehören das Bundesministerium der Finanzen, das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.An der Podiumsdiskussion nehmen Projektbeteiligte verschiedener Historikerkommissionen teil, die nach der Situation von Beamten unter den Bedingungen der NS-Diktatur fragen. Wie standen die Beamten zum NS-Regime? Welchen Pflichten unterlagen sie? Welche Möglichkeiten und Gestaltungsspielräume boten sich ihnen und wie nutzten sie diese? Trugen sie durch ihre Tätigkeit zur Stabilisierung des Regimes bei? Wie sahen die personellen Kontinuitäten nach 1945 aus?

Henry Marx, 1982 geboren, Historiker, war von 2014 bis 2018 Stipendiat im Projekt der Unabhängigen Historikerkommission zur Aufarbeitung der Geschichte des Reichsarbeitsministeriums im Nationalsozialismus beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Stefanie Middendorf, 1973 geboren, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. Von 2010 bis 2013 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Unabhängigen Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des Reichsfinanzministeriums im Nationalsozialismus beim Bundesministerium der Finanzen.

Jochen Streb, 1966 geboren, ist Professor für Wirtschaftsgeschichte an der Universität Mannheim. Er ist Autor des Beitrags Das Reichswirtschaftsministerium im Kriege in dem 2016 als Abschlussbericht vorgelegten vierbändigen Werk der Unabhängigen Geschichtskommission zur Aufarbeitung der Geschichte des Bundeswirtschaftsministeriums und seiner Vorgängerinstitutionen.

Alexander Nützenadel, 1965 geboren, ist Professor für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er ist Sprecher der 2013 vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales berufenen Unabhängigen Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des Reichsarbeitsministeriums im Nationalsozialismus.