Leben mit den Toten. Verstreute Tatorte des Holocaust lesen
Während des Zweiten Weltkriegs haben in Ostmitteleuropa deutsche und sowjetische Besatzung, der Holocaust sowie wechselnde Frontverläufe eine Vielzahl an Friedhöfen, Massengräbern und weiteren Begräbnisstätten hinterlassen. Die sterblichen Überreste der Opfer sind nicht verschwunden. Sie ruhen weiterhin im Boden und bilden ein schwieriges Erbe, das bis heute auch eine Herausforderung für die lokalen Zivilgesellschaften darstellt. Die Auseinandersetzung mit diesem Phänomen erfordert nicht nur historische, sondern ebenso archäologische, kartografische und sogar dendrologische Forschungen.
Im Zentrum des Podiumsgesprächs stehen die über ganz Ostmitteleuropa verstreuten Tatorte des Holocaust. Der alltägliche Umgang mit Orten der Zerstörung jüdischen Lebens kann Aufschluss darüber geben, wie im 21. Jahrhundert jenseits der bekannten Vernichtungslager an den Holocaust erinnert werden kann.
Magdalena Saryusz-Wolska, Kulturwissenschaftlerin und Soziologin, ist Direktorin des Deutschen Historischen Instituts in Warschau und Professorin am Institut für Zeitgenössische Kultur der Universität Lodz (beurlaubt). In ihren Forschungen beschäftigt sie sich mit kollektiver und kultureller Erinnerung, visueller Geschichte und Mediengeschichte. Aktuell leitet sie ein Projekt zu Massengräbern des Holocaust.
Felix Ackermann, Kulturwissenschaftler und Historiker, ist Professor für Public History an der FernUniversität in Hagen sowie Leiter der Hans-Böckler-Nachwuchsfor-schungsgruppe, die die Geschichte digitaler Kriegsöffentlichkeiten erforscht. Gemeinsam mit Studierenden erarbeitete er einen Stadtführer über die jüdische Geschichte der Stadt Grodno in Belarus sowie einen Audioguide durch das litauische Jonava.
Igor Kąkolewski ist Direktor des Zentrums für Historische Forschung Berlin.
- Podiumsgespräch
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Prof. Dr. Magdalena Saryusz-Wolska, Warschau
Prof. Dr. Felix Ackermann, Hagen - Moderation
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Prof. Dr. Igor Kąkolewski, Berlin
- Wann
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Dienstag, 17. März 2026 19:00 Uhr
- Wo
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Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg - Gemeinsam mit
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Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften
- Hinweise
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Die Veranstaltung ist zugleich Eröffnungsveranstaltung des Klaus Zernack Colloquiums 2026 „Geschichte Plus – Interdisziplinarität am Zentrum für Historische Forschung Berlin“.
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