Ausstellung über Eichmann-Verhandlung in Berlin eröffnet

Mittwoch, 6. April 2011

Die Schau „Der Prozess – Adolf Eichmann vor Gericht" zeichnet den Weg des ehemaligen SS-Mannes nach, der die Ermordung der Juden mitverantwortete. ... mehr mehr

Berlin. 50 Jahre nach Beginn des Prozesses gegen den Holocaust-Täter Adolf Eichmann widmet sich erstmals in Europa eine Ausstellung diesem Thema. Die Schau „Der Prozess – Adolf Eichmann vor Gericht“ im Dokumentationszentrum Topographie des Terrors in Berlin zeichnet den Lebensweg des ehemaligen SS-Mannes nach. Im Mittelpunkt steht der Prozess in Jerusalem, der am 11. April 1961 eröffnet wurde. Die Ausstellung wird am heutigen Mittwoch für Besucher eröffnet und ist bis zum 18. September zu sehen.

Gezeigt werden originale Filmaufnahmen Eichmanns und Überlebender aus dem Prozess. Eichmann hatte die Ermordung eines Großteils der Juden mitzuverantworten. Auf sein Konto ging unter anderem die Deportation ungarischer Juden 1944 nach Auschwitz, die er als Führer eines Sonderkommandos verantwortete. Im Januar 1942 führte er das Protokoll der Wannsee-Konferenz, auf der die Vernichtung aller Juden in Europa beschlossen wurde.

Eichmann wurde 1906 in Solingen geboren. 1932 schloss er sich den österreichischen Nazis an und trat später in die SS ein. 1935 wurde er in eine neue, speziell für Juden zuständige Abteilung versetzt. [...]

Hamburger Abendblatt

Adolf Eichmann vor Gericht

Mittwoch, 6. April 2011

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Was machte diesen Prozess so besonders? Der Eichmann-Prozess war ja nicht der erste Prozess, der einem nationalsozialistischen Täter gemacht wurde.
Nein, das war er nicht. Denn schon im November 1945 mussten sich ja in Nürnberg vor dem internationalen Militärgerichtshof die Hauptkriegsverbrecher wie Ribbentrop, Heß, Göring oder von Schirach verantworten. Der Eichmann Prozess war in jeder Hinsicht anders: Hier stand zum ersten Mal ein deutscher Beamter, ein Bürokrat vor Gericht und das in Israel! Zwar protestierte Argentinien gegen die Entführung bei den Vereinten Nationen, man sah die eigene staatliche Souveränität verletzt, aber man nahm die Entschuldigung Israels an, auch, weil die internationale Gemeinschaft die Aktion des jüdischen Staates akzeptierte, gegen NS-Verbrecher aktiv zu werden.

Im April 1961 – genau vor 50 Jahren - begann der Prozess. Erstaunlicherweise gibt es davon Filmaufnahmen, war das damals üblich?
Nein, überhaupt nicht. Fernsehen war ja noch kein Massenmedium. Die israelische Regierung wollte keine Filmteams im Gerichtssaal zulassen. Erlaubte aber einem amerikanischen Produzenten den Prozess mit vier Kameras aufzuzeichnen. Diese Aufnahmen prägen bis heute unser visuelles, kollektives Gedächtnis von diesem Prozess: Sie zeigen Adolf Eichmann in seiner schusssicheren Glaskabine, arrogant, selbstsicher, ja von großer Kälte. [...]

kulturradio

Ausstellung über Adolf Eichmann

Dienstag, 5. April 2011

Die Topographie des Terrors zeigt Dokumente zum Prozess gegen den Nationalsozialisten Adolf Eichmann... mehr mehr

Ein „kleines Rädchen“ sei er gewesen, ein „Befehlsempfänger im Konflikt zwischen Pflicht und Gewissen“. So stilisierte sich Adolf Eichmann in dem Prozess, der am 11. April 1961 in Jerusalem begann und am 11./12. Dezember 1961 mit dem Todesurteil endete.

Eichmann war Hitlers „Spediteur des Todes“, hatte nach 1942 die Transporte in die Todeslager organisiert. Die eindrucksvolle Ausstellung „Der Prozess – Adolf Eichmann vor Gericht“ stellt in der Topographie des Terrors Eichmanns Ausweichmanöver den bewegenden Aussagen der Zeugen gegenüber. An acht Medienstationen kann man verfolgen, was die Fernsehkameras 1961 um die Welt schickten. [...]

B.Z.

Ausstellung erinnert an Eichmann-Prozess

Dienstag, 5. April 2011

Der Eichmann-Prozess in Jerusalem hat vor 50 Jahren die Sichtweise auf den Holocaust dramatisch verändert. Er gab den Opfern eine Stimme und ein Gesicht. Das Verfahren ist Thema einer Sonderausstellung in der Berliner Topographie des Terrors. ... mehr mehr

In der Berliner Topographie des Terrors wird am Dienstagabend eine Sonderausstellung zum so genannten Eichmann-Prozess eröffnet. Sie erinnert an die Verhandlung gegen den „Bürokraten des Holocaust“, Adolf Eichmann, ab April 1961 in Jerusalem. Der frühere SS-Mann war von Agenten des israelischen Geheimdienstes Mossad aus Argentinien in den Nahen Osten entführt worden. [...]

Berliner Morgenpost

Ausstellungseröffnung "Der Prozess - Adolf Eichmann vor Gericht"

Dienstag, 5. April 2011

Vor 50 Jahren, am 11. April 1961, begann in Jerusalem der "Prozess des Jahrhunderts". Vor Gericht stand der ehemalige SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann, angeklagt des millionenfachen Mordes an deutschen und europäischen Juden. Agenten des israelischen Geheimdienstes hatten Eichmann im Mai 1960 in Argentinien gekidnappt. Unter dem Namen Riccardo Klement hatte er dort jahrelang unbehelligt gelebt und gearbeitet - unter anderem bei Mercedes Benz.... mehr mehr

Da die Bundesrepublik Deutschland kein Auslieferungs-Ersuchen stellte, wurde der "Spediteur des Todes" nach israelischem Recht angeklagt. Der Prozess endete im Dezember 1961 mit seiner Verurteilung zum Tode. Am 31. Mai 1962 wurde er hingerichtet.

In der Berliner Topographie des Terrors wird am Dienstagabend  eine Sonderausstellung eröffnet. "Der Prozess - Adolf Eichmann vor Gericht" - so der Titel.

Der geschäftsführende Direktor der "Topographie des Terrors", Andreas Nachama, sagte im Gespräch mit Sabine Porn, der Prozess sei nach einem Jahrzehnt des Schweigens ein Neubeginn gewesen. [...]

inforadio

"Der Prozess - Adolf Eichmann vor Gericht"

Dienstag, 5. April 2011

Eine Ausstellung der "Topographie des Terrors" in Berlin Von Otto Langels An der Person Adolf Eichmanns entzündete sich eine weitreichende Debatte über Ursachen, Motive und Verantwortliche des Völkermords. War Eichmann der "Spediteur des Todes", der "Manager der Massenvernichtung" oder nur ein "kleines Rädchen"? Die Ausstellung beteiligt sich nicht an dieser Diskussion.... mehr mehr

"Sie sagen, Sie waren kein normaler Befehlsempfänger, Sie haben mitgedacht. Stimmt das? Haben Sie so gesagt? - Nein, das kann ich mir nicht vorstellen, nein. - Sie waren ein Trottel, Sie haben nicht mitgedacht? - Mitgedacht? - Ja. - Mitgedacht habe ich selbstverständlich, aber ich war kein, ich war kein, ich war ein Befehlsempfänger."

Ein Filmausschnitt aus der Befragung des Angeklagten Adolf Eichmann durch Generalstaatsanwalt Gideon Hausner, zu sehen und zu hören an einer von acht Medienstationen im Berliner Dokumentationszentrum "Topographie des Terrors". Dem Titel der Ausstellung folgend, haben sich die Kuratoren ganz auf das Gerichtsverfahren konzentriert. Aus unzähligen Stunden Drehmaterial haben sie 50 Minuten ausgewählt, in denen die Einlassungen des Angeklagten mit den Aussagen der Zeugen konfrontiert werden.
Ulrich Baumann, Kurator der Ausstellung, über Eichmann und die Dramaturgie der Filmaufnahmen:

"Sie können im Grunde als Besucher oder als Besucherin ihn viel näher studieren, wie er sich von seiner Mimik her oder seiner Gestik her verhält, wie Besucher im Gerichtssaal in Jerusalem; weil sie sitzen durch die Kameras, die die Bilder eingeholt haben, viel näher an ihm dran als die Besucher damals."
[...]

Deutschlandfunk

Gedenken an Jahrestag der NS-"Fabrikaktion"

Montag, 28. Februar 2011

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Berlin (epd). Mit einer Gedenkstunde ist am Montag in der Berliner Rosenstraße an die sogenannte NS-"Fabrikaktion" im Februar 1943 erinnert worden. Am 27. und 28. Februar vor 68 Jahren hatten nicht-jüdische Frauen in Berlin erfolgreich gegen die Verhaftung ihrer jüdischen Ehemänner protestiert und sie so vor der Deportation bewahrt. Es war der größte öffentliche Protest während der NS-Zeit.

Der Mut der Frauen sei ein Zeichen an das NS-Regime gewesen, das nicht alles durchsetzbar ist, betonte der Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Rabbiner Andreas Nachama. Diese Art von Zivilcourage sei immer noch notwendig. Demokratie sei auch heute nicht "gottgegeben", sondern müsse von allen bewahrt und geschützt werden. [...]

epd

Der unbekannte Widerstand

Montag, 14. Februar 2011

Die Behauptung, "man" habe nichts gewusst, gehört zu den Entlastungskonstruktionen der Nachkriegsdeutschen. Forscher diskutieren in Berlin, was die Deutschen vom Holocaust schon während der Nazizeit wussten. ... mehr mehr

Wussten Sie, dass in den 1930er Jahren ein 26-jähriger SA-Mann verhaftet wurde, weil er im Wartesaal des Bahnhof Zoo verkündete, Juden seien Volksgenossen? Und dass viele deutsche Juden damals in der Kneipe oder bei der Polizei gegen ihre Diskriminierung protestierten? War Ihnen bekannt, dass der Ingenieur Karl Dürkefälden aus Celle, Jahrgang 1902, über Zufallsgespräche sehr früh von Erschießungen und Vergasung der Juden „im Osten“ erfahren hat? Und dass Hitler selbst zwölf Mal, verbreitet durch alle deutschen Medien, die Vernichtung der europäischen Juden angekündigt hat?

Die Behauptung, „man“ habe nichts gewusst, „man“ habe nichts tun können, die Juden selbst hätten alles passiv hingenommen, gehört zu den Entlastungskonstruktionen der Nachkriegsdeutschen.

Die Gegenposition der Nachgeborenen unterstellt mittlerweile, jeder hätte erkennen können, was geschah. Wie bekannt das Staatsgeheimnis des „Dritten Reiches“, die „Endlösung“, war, wird zur historischen Glaubensfrage bei der Erforschung des „Tätervolkes“.

„Holocaust und Öffentlichkeit“ war das zentrale Thema des Historikers David Bankier. So hieß jetzt auch ein Symposium in Berlin zur Erinnerung an den 2010 verstorbenen Wissenschaftler der Gedenkstätte Yad Vashem, das von der Stiftung Topographie des Terrors (TdT) veranstaltet wurde; gemeinsam mit dem Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGDJ) und den Geschichtswissenschaftlern der Humboldt-Universität (HU).

Der Tagesspiegel

Berlin zeigt Eichmann-Prozess

Freitag, 17. Dezember 2010

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Ein halbes Jahrhundert nach dem Prozess gegen Adolf Eichmann (1906–1962) wird eine Ausstellung in Berlin an das Gerichtsverfahren gegen den Nazi-Täter erinnern. Im Dokumentationszentrum «Topographie des Terrors» soll vom 6. April 2011 an Videomaterial von dem Prozess im Jahr 1961 in Jerusalem zu sehen sein. An der Ausstellung sind das Haus der Wannsee-Konferenz und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas beteiligt.  [...]

Frankfurter Neue Presse

"Krieg der Expertisen"

Montag, 6. Dezember 2010

Wissenschaftler streiten über die Rolle des Sportfunktionärs Carl Diem. War er Gründungsvater des organisierten Sports in Deutschland? Oder war er Nazi und Antisemit?... mehr mehr

Wieder ein Carl-Diem-Weg weniger. Anfang November wurden in Münster die Straßenschilder abmontiert, die an den Sportfunktionär und Sportwissenschaftler, den Organisator der Olympischen Spiele 1936 erinnert haben. Viele Sportschulen, Turnhallen, Straßen, die nach Carl Diem (1882-1962) benannt waren, wurden in den letzten 20 Jahren umbenannt.

Doch die Verehrung eines Mannes, der vom Kaiserreich über die Weimarer Republik, die Zeit des Nationalsozialismus bis in die Bundesrepublik Deutschland eine beinahe ungebrochene Karriere vorzuweisen hat, geht weiter.

Höhepunkt der jüngsten Diem-Feierlichkeiten wird ein Kongress an der Sporthochschule Köln sein, der am 10. und 11. Dezember unter dem Titel "Erinnerungskultur in deutschen Sport" veranstaltet wird. Untertitel: "Carl Diem und andere Männer der (Sport-)Geschichte". Diethelm Blecking, Professor für Sportwissenschaft in Freiburg, spricht von einem "Weißwäscherkongress". Er tritt am Montag auf einem Symposium in Berlin auf, die kritische Sportwissenschaftler als Gegenveranstaltung zum Kölner Kongress in den Räumen der Stiftung Topographie des Terrors veranstalten.  [...]

TAZ