Sonntag, 19. September 2021 11:00 Uhr

Geschichte(n) von unten an Orten der Macht. Ein Spaziergang auf der Wilhelmstraße

Was bedeutet die Beschäftigung mit der Geschichte für die Demokratie heute? Lohnt es sich, sich für die Umbenennung von Straßen oder sich für die Aufstellung einer Gedenktafel einzusetzen? Am Beispiel der ehemaligen Regierungsmeile Wilhelmstraße wird die Auseinandersetzung mit der Geschichte an Beispielen der Erinnerung an den Kolonialismus und dem Terror des Nationalsozialismus deutlich gemacht. 

Veranstalter: Glokal e.V. und Stiftung Topographie des Terrors

19. September 2021, 11:00-14:00 Uhr

Wilhelmstraße 77, bei der Erinnerungstafel zur Alten Reichskanzlei

Anmeldung: Kai Müller, Topographie des Terrors: mueller@topographie.de

Die Wilhelmstraße war vom deutschen Kaiserreich über den Nationalsozialismus bis zur DDR-Zeit die Regierungsmeile Deutschlands: Die wichtigsten Ministerien und Institutionen waren in herrschaftlichen Gebäuden untergebracht. Die hier getroffenen Entscheidungen betrafen nicht nur die Menschen in Deutschland, sondern weltweit. In der Alten Reichskanzlei wurde 1884 Afrika in Kolonien aufgeteilt und im Auswärtigen Amt deutsche Einflusszonen festgelegt. Während des Nationalsozialismus waren auf dem Gelände zwischen der Prinz-Albrecht-Straße und der Wilhelmstraße waren die Zentralen der Geheimen Staatspolizei, des Sicherheitsdienstes und des Reichssicherheitshauptamtes untergebracht, die maßgeblich den nationalsozialistischen Terror organisierten. Im Rundgang werden die Bedeutung des Kolonialismus und die Zusammenarbeit der Ministerien und Institutionen beim nationalsozialistischen Massenmord deutlich gemacht. Mehrere erinnerungspolitische Interventionen im Stadtbild können die gemeinsame Diskussion über die Bedeutung der Geschichte für die Gesellschaft heute und morgen anregen.

Glokal e.V. beschäftigt sich in der Bildungsarbeit mit Herrschaftskritik und der Geschichte und Gegenwart kolonialer Strukturen .Die Stiftung Topographie des Terrors, die sich am historischen Ort mit den Institutionen des nationalsozialistischen Terrors auseinandersetzt, ist aus zivilgesellschaftlichen Initiativen hervorgegangen.