Dienstag, 12. Oktober 2021 19:00 Uhr

Fritz Bauer und der Auschwitz-Prozess

Vortrag: Prof. Dr. Sybille Steinbacher,
Direktorin des Fritz Bauer Instituts, Frankfurt/M.
Moderation: Prof. Dr. Annette Weinke, Jena

Livestream:
https://www.topographie.de/de/livestream/

Begleitprogramm zur Sonderausstellung „Fritz Bauer. Der Staatsanwalt. NS-Verbrechen vor Gericht”

(Gemeinsam mit dem Fritz Bauer Instituts und dem Jüdischen Museum Frankfurt)

Begleitet von der Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit, wurde im Dezember 1963 in Frankfurt am Main der erste Auschwitz-Prozess gegen 22 Angeklagte eröffnet. Eine Besonderheit des Verfahrens waren die Zeugenaussagen zahlreicher ehemaliger Häftlinge.  20 000 Besucher nahmen im Laufe der 20-monatigen Dauer am Prozess-geschehen teil, darunter zahlreiche Schulklassen. Leitender Generalstaatsanwalt war Fritz Bauer. Seine Vorstellung von der Schuld der Beteiligten als „Mittäterschaft zu einem einheitlichen Vernichtungsprogramm“ ließ sich juristisch jedoch nicht durchsetzen. Damaliger Rechtspraxis folgend, wurden die Angeklagten vielmehr zahlreicher einzelner Verbrechen beschuldigt, die konkret nachweisbar sein mussten. Entsprechend gering fielen viele der verhängten Strafen aus.
In ihrem Vortrag skizziert Sybille Steinbacher die Vorgeschichte und den Verlauf des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, analysiert das Urteil und beleuchtet die Rolle Fritz Bauers als Initiator des größten bundesdeutschen Verfahrens gegen nationalsozialistische Massen­morde.