Dienstag, 22. Februar 2022 19:00 Uhr

Freizeit und Freiraum? Der Schein der Normalität unter deutscher Besatzung

Vortrag: Prof. Dr. Nicholas Stargardt, Oxford
Moderation: Prof. Dr. Tatjana Tönsmeyer, Wuppertal

Livestream:
https://www.topographie.de/livestream/

Vortragsreihe „Alltag unter deutscher Besatzung in Europa 1939–1945”

(Gemeinsam mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, konzipiert mit Prof. Dr. Tatjana Tönsmeyer, Historisches Seminar, Bergische Universität Wuppertal)

Während des Zweiten Weltkriegs standen Alltagserfahrungen und Überlebensstrategien der einheimischen Bevölkerungen in den von Deutschland besetzten Ländern und Regionen Europas durchweg unter Gewaltbedingungen.
Mit seinem Vortrag „Freizeit und Freiraum?” lenkt Nicholas Stargardt den Blick auf den Alltag von Europäern unter deutscher Besatzung und ihre Versuche, eine fragmentierte Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft zu retten und zu konstruieren. Ihr Bedürfnis nach Zeitungen, Kino, Theater und Musik, ihre Teilnahme an religiösen Prozessionen und Radrennen werden ebenso betrachtet wie weitere Mikrowelten von Treffs in Cafés, Konsum, Liebesaffären und Kinderspielen. Erkennbar wird die Wahrnehmung von Krieg, Besetzung und Holocaust von Erwachsenen sowie Kindern in ihren subjektiven Dimensionen.

Nicholas Stargardt, 1962 geboren, ist Professor für Neuere Europäische Geschichte und Vizepräsident am Magdalen College der Universität Oxford. Zu seinen Forschungs­schwerpunkten gehört die Gesellschaftsgeschichte des Nationalsozialismus. Auf Deutsch erschienen von ihm die Bücher Kinder in Hitlers Krieg (2008) und Der deutsche Krieg 19391945 (2015).

Tatjana Tönsmeyer, 1968 geboren, ist Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Bergischen Universität Wuppertal. Sie ist Mitinitiatorin und Leiterin des laufenden Forschungs- und Editionsprojekts „Societies under German Occupa-tion – Experiences and Everyday Life in World War II“.