Dienstag, 31. März 2020 19:00 Uhr

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EUROPA UND DIE FASCHISTEN

Vortrag: Prof. Dr. Monica Fioravanzo, Padua
Moderation: Prof. Dr. Arnd Bauerkämper, Berlin

Topographie des Terrors Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Europa – Visionen und Praxis im 20. und 21. Jahrhundert”

Nach der Weltwirtschaftskrise von 1929 und fast zeitgleich mit dem Aufstieg der nationalsozialistischen Partei in Deutschland entwickelten die faschistischen Machthaber um den Duce Benito Mussolini in Italien Überlegungen zu einer neuen europäischen Ordnung, in der sie eine führende Rolle spielen sollten. Damit gab der italienische Faschismus eine rein nationale Sichtweise auf und orientierte sich stärker an einer international ausgerichteten Perspektive. Ab 1933 kam es zur Konkurrenz mit den nationalsozialistischen Machthabern, die ihrerseits bald zu einer aggressiven Expansionspolitik übergingen.
Der Vortrag behandelt Themen und Protagonisten dieser Reflexionen über eine neue europäische Ordnung. Gefragt wird auch, wie populär die Idee eines faschistischen Europas bei Intellektuellen und Sympathisanten in Deutschland und Europa war und inwiefern verschiedene Perspektiven miteinander in Konflikt gerieten. Im Anschluss an diese erste Phase, in der Überlegungen oft vage und spekulativ blieben, wurde in Italien im Zweiten Weltkrieg erneut über eine neue europäische Ordnung diskutiert. Diese Debatten standen im Zeichen der Übermacht des „Dritten Reichs” in der zunehmend ungleichen Allianz zwischen Italien und dem nationalsozialistischen Deutschland.

Monica Fioravanzo ist Assoziierte Professorin für zeitgenössische Geschichte an der Universität Padua. Sie war Gastprofessorin am Institut für Zeitgeschichte in München und an der Freien Universität in Berlin sowie Gastwissenschaftlerin am European Institute der Columbia University in New York. Zu ihren Veröffentlichungen gehören Mussolini e Hitler: la Repubblica sociale sotto il Terzo Reich (2009), 1943. Strategie militari, collaborazionismi, Resistenze (2015) sowie die Aufsätze Die Europakonzeptionen von Faschismus und Nationalsozialismus (19391943) (2010), Mussolini, il fascismo e l’‘idea dell’Europa’. Alle origini di un dibattito (2011) und Italian fascism from a trans-national perspective: the debate on the new european order (19301945) (2017).

Arnd Bauerkämper ist Professor für die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Freien Universität Berlin.