Dienstag, 17. November 2020 19:00 Uhr

Deutsches Reich und Protektorat Böhmen und Mähren April 1943–1945

Präsentation des 11. Bandes der Dokumentenedition „Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945” (VEJ)

Einführung: Prof. Dr. Dieter Pohl, Klagenfurt
Bandpräsentation: Dr. Lisa Hauff, Berlin
Lesung ausgewählter Dokumente: Anette Daugardt, Berlin
Moderation: Prof. Dr. Peter Klein, Berlin

Livestream
Eine Teilnahme vor Ort ist nicht möglich.

(Gemeinsam mit dem Institut für Zeitgeschichte München-Berlin, der Forschungsgruppe Zeitgeschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und dem Verlag De Gruyter Oldenbourg)

Mit Texten von Verfolgten, Tätern und Beobachtern dokumentiert die auf 16 Bände angelegte Edition VEJ den Holocaust. Der aktuelle Band 11 gibt einen Einblick in das Schicksal der letzten verbliebenen Juden im Deutschen Reich vom Frühjahr 1943 bis zum Kriegsende im Mai 1945. Neben einer größeren Zahl von in „Mischehe” lebenden Juden und ihren Kindern blieben einige tausend Untergetauchte zurück. Auf Befehl Hitlers kamen seit April 1944 außerdem jüdische Zwangsarbeiter ins Reich, die in der Rüstungsproduktion eingesetzt wurden. Im Protektorat Böhmen und Mähren lebten in den beiden letzten Kriegsjahren nur noch wenige Juden außerhalb des Gettos Theresienstadt. Der Band dokumentiert die antijüdische Politik der deutschen Behörden im Protektorat und die Situation im Getto bis zur Befreiung.
Nach einem Überblick über das Editionsprojekt durch Dieter Pohl stellt Lisa Hauff Band 11 vor und schildert die Geschichte einzelner Quellen. Anette Daugardt trägt ausgewählte Dokumente aus dem Band vor.

Dieter Pohl, 1964 geboren, ist Professor für Zeitgeschichte an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und Mitherausgeber der Edition VEJ.

Lisa Hauff, 1969 geboren, Historikerin, ist Bearbeiterin des 11. Bandes der Edition VEJ. Sie war Mitkuratorin der 2011 im Dokumentationszentrum Topographie des Terrors präsentierten Ausstellung „Der Prozess – Adolf Eichmann vor Gericht”.

Anette Daugardt, 1966 geboren, ist Schauspielerin in Berlin. Seit 2003 realisiert sie eigene Projekte am KantTheaterBerlin.

Peter Klein, 1962 geboren, ist Professor am Fachbereich für Holocaust Studien des Touro College Berlin.