Montag, 21. November 2011 19:00 Uhr

Das Ende. Kampf bis in den Untergang. NS-Deutschland 1944/45

Vortrag: Sir Ian Kershaw, Manchester
anschließend Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Reinhard Rürup, Berlin

Topographie des Terrors  Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Gemeinsam mit der Deutschen Verlags-Anstalt)

Spätestens Mitte 1944 war der Krieg für Deutschland verloren. Doch das NS-Regime kämpfte nicht nur bis zur totalen militärischen Niederlage im Mai 1945, das „Dritte Reich“ funktionierte auch bis zum Schluss. In seinem soeben erschienenen Buch Das Ende. Kampf bis in den Untergang. NS-Deutschland 1944/45 (2011) widmet sich Ian Kershaw der Frage, „wie und warum das Regime Hitlers angesichts des Ausmaßes des wachsenden Unheils noch so lange – wenngleich mit schwinden-der Effizienz – funktionieren konnte“. Kershaw versucht, den chronologischen Verlauf und die Dynamik der letzten Kriegsphase genau nachzuvollziehen, analysiert die NS-Herrschaftsstrukturen und nimmt anhand ausgewählter Beispiele Mentalitäten der deutschen Mehrheitsbevölkerung in den Blick. In Hitlers Art der charismatischen Herrschaft sieht er einen zentralen Ansatzpunkt für die Beantwortung der Frage.

Ian Kershaw, 1943 geboren, war bis zu seiner Emeritierung Professor für Modern History an der University of Sheffield und zählt zu den bedeutendsten Historikern der Gegenwart. Zu seinen wichtigsten Publikationen gehören neben der großen zweibändigen Biographie über Adolf Hitler (1998, 2000): Der Hitler-Mythos. Führerkult und Volksmeinung (1980; zuletzt 2003), Der NS-Staat. Geschichts-interpretationen und Kontroversen im Überblick (1988; zuletzt 2009), Hitlers Freunde in England. Lord Londonderry und der Weg in den Krieg (2005) und Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg 1940/41 (2008).

Reinhard Rürup, 1934 geboren, ist emeritierter Professor für Neuere Geschichte an der Technischen Universität Berlin und war bis 2004 Wissenschaftlicher Direktor der Stiftung Topographie des Terrors.