Das Auswärtige Amt

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz

 

 


Das Geheime Zusatzprotokoll zum Nichtangriffsvertrag zwischen Deutschlandund der UdSSR ("Hitler/Stalin-Pakt"), 23. August 1939. DieUnterschriften des deutschen Außenministers Ribbentrop und des sowjetischenAußenministers Molotow.
Quelle: Politisches Archiv des Auswärtigen Amt

Große Ansicht des Protokolls

 

Im Jahre 1882 bezogen die Beamten der Handelspolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes das Gebäude Wilhelmstraße 75. Diese Abteilung war zuvor seit 1826 in der Wilhelmstraße 61 untergebracht.

Seit 1882 stand die vom Vorbesitzer errichtete Villa im Garten der Wilhelmstraße75 als Dienstwohnung für den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes zur Verfügung. Sie wurde auch als Dienstwohnung für die Außenminister der Weimarer Republik beibehalten. Der letzte Außenminister, der diese Wohnung nutzte, war Konstantin von Neurath, der auch der letzte Außenminister der Weimarer Republik war; er gehörte seit Juni1932 dem Kabinett des Kanzlers Franz von Papen an. Neurath blieb auch nachdem 30. Januar 1933 deutscher Außenminister. Zwar blieben auch andere bürgerlich-konservative Politiker, die dem Kabinett von Papen angehörten, noch jahrelang Minister unter dem Reichskanzler Adolf Hitler; der persönlichen Kontinuität zur Weimarer Republik kam auf dem Gebiet der Außenpolitik jedoch besondere Bedeutung zu.

Zum einen konnte damit dem Ausland signalisiert werden, es habe sich in der deutschen Außenpolitik kein Bruch vollzogen. Dieses Signal war eine Täuschung. Es besaß jedoch eine gewisse Plausibilität insofern tatsächlich eine Kontinuität in den Zielen der deutschen Außenpolitik von den letzten Jahren der Weimarer Republik in die ersten Jahre des nationalsozialistischen Regimes festzustellen ist, nämlich die Revision der Ergebnisse des Vertrags von Versailles.

Anders jedoch als die Weimarer Politiker kalkulierte die nationalsozialistische Außenpolitik den Krieg von Anfang an ein. Es ging ihr außerdem nicht nur um eine Revision der territorialen Bestimmungen des Vertrags von Versailles, um eine Rückgabe der 1919 abgetrennten Gebiete, sondern um die Expansion. Als die nationalsozialistische Außenpolitik in die Phase der Vorbereitung des Eroberungskrieges trat, erwies sich nicht nur das Kontinuitätssignal als falsch, sondern auch der Außenminister,der dieses Signal verkörperte, als unbrauchbar.

Im Februar 1938 wurde Neurath von Joachim von Ribbentrop abgelöst. Der neue Außenminister, der seit 1936 deutscher Botschafter in England war, hatte bereits seit 1934 mit seiner "Dienststelle Ribbentrop" im Auftrag Hitlers Außenpolitik am Auswärtigen Amt vorbei betrieben. Ribbentrop ernannte den nationalkonservativen Ernst von Weizsäcker zum Staatssekretär und holte zahlreiche Nationalsozialisten auf führende Positionen.

Er verlegte das Ministerbüro, das seit 1819 in der Wilhelmstraße 76 war, in das Gebäude Wilhelmstraße 74, das dem Auswärtigen Amt seit 1920 zur Verfügung stand. Als Dienstwohnung übernahmer das ehemalige Palais des Reichspräsidenten in der Wilhelmstraße73, das nach der Errichtung der Neuen Reichskanzlei nicht mehr genutzt wurde.