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Das Geheime Zivil-
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Die Dienstwohnung des Chefs des Geheimen
Zivilkabinetts, Grundriß
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Anfang 1903 bezog das "Geheime Zivilkabinett
seiner Majestät des Kaisers und Königs" einen Neubau in
der Wilhelmstraße 64. Diese Behörde, die zuvor am Dönhoffplatz
ihren Sitz hatte, war das persönliche Regierungsbüro des preußischen
Königs und deutschen Kaisers.
Der Chef des Zivilkabinetts hatte den Geschäftsverkehr zwischen der preußischen Regierung und dem König abzuwickeln: Er trug alle Berichte der Minister und des Ministerpräsidenten vor und holte die Unterschriften des Königs ein. Die gleichen Aufgaben übernahm das Zivilkabinett nach 1871 auch für alle Reichsangelegenheiten, in denen der König von Preußen als deutscher Kaiser die letzte Entscheidung hatte. Nach der Revolution 1918 wurde das Zivilkabinett aufgelöst. Die Aufgaben des Königs von Preußen gingen an das Preußische Staatsministerium über, die Aufgaben des deutschen Kaisers an den Reichspräsidenten. Das Gebäude Wilhelmstraße 64 wurde vom Preußischen Staatsministerium übernommen. Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten mußte das Staatsministerium weichen; Büros und Abteilungen der NSDAP nahmen das Gebäude Stück für Stück in Beschlag. Die wichtigsten waren das "Büro Ribbentrop" , dessen Leiter Joachim von Ribbentrop besondere außenpolitische Aufträge Hitlers übernahm, und der "Verbindungsstab der NSDAP" , der die Beziehungen zwischen Regierung und NSDAP organisieren sollte. Beide Büros gehörten zum "Stab des Stellvertreters des Führers". Zum "Stellvertreter des Führers", also zum Vertreter Hitlers in der Leitung der NSDAP, war 1933 Rudolf Heß ernannt worden, der 1934 die Ministerwohnung in der Wilhelmstraße 64 bezog. Diese Wohnung hatte einige Jahre lang der preußische Ministerpräsident Otto Braun bewohnt; sie war 1932 vorübergehend vom Präsidenten des Preußischen Staatsrats, dem Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer, genutzt worden. Die Wilhelmstraße 64 war als Berliner Amtssitz des "Stabs des Stellvertreters des Führers" die Filiale des "Braunen Hauses" in München, wo die Reichsleitung der NSDAP ihren Sitz hatte. Der "Stab des Stellvertreters des Führers" hatte jedoch nicht nur eine Leitungsfunktion innerhalb der NSDAP, sondern zugleich die Aufgabe, alle Gesetze und Verordnungen, aber auch die Ernennung von Beamten auf ihre Übereinstimmung mit der nationalsozialistischen Ideologie hin zu überprüfen. Zu diesem Zweck der Kontrolle staatlicher Maßnahmen durch die NSDAP war Rudolf Heß als "Stellvertreter des Führers" am 1. Dezember 1933 zum Reichsminister ernannt worden. Nach dem Flug von Rudolf Heß nach England im Jahre 1941 wurde der "Stab des Stellvertreters des Führers" in "Parteikanzlei" umbenannt und Martin Bormann unterstellt. |
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