Donnerstag, 17. November 2016 19:00 Uhr

Zwangserziehung im Nationalsozialismus und Kontinuitäten in der Bundesrepublik und der DDR

Prof. Dr. Wolfgang Benz, Berlin, und Dr. h.c. Barbara Distel, München, präsentieren die Beiträge des von ihnen herausgegebenen Bandes „‚Gemeinschaftsfremde’. Zwangserziehung im Nationalsozialismus, in der Bundesrepublik und der DDR”.

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Gemeinsam mit dem Metropol Verlag)

In der von den Nationalsozialisten propagierten „Volksgemeinschaft” sollten „Gemeinschaftsfremde” keinen Platz haben. Als „Volksschädlinge”, „Asoziale” oder „Gemeinschaftsunfähige” stigmatisiert, waren zahlreiche Menschen Zwangsmaßnahmen ausgesetzt oder wurden in Konzentrationslager der SS eingewiesen. Abweichendes Verhalten von Jugendlichen sollte in Jugendarbeits- und Jugendverwahrlagern korrigiert werden.
Die in dem von Wolfgang Benz und Barbara Distel herausgegebenen Sammelband „Gemeinschaftsfremde. Zwangserziehung im Nationalsozialismus, in der Bundesrepublik und der DDR (2016) versammelten Studien widmen sich verschiedenen Personenkreisen von „Gemeinschaftsfremden” und fragen auch nach Kontinuitäten der zwangsweisen Erziehung von Kindern und Jugendlichen zur Konformität nach 1945.

Wolfgang Benz, 1941 geboren, ist Professor em. an der Technischen Universität Berlin und Direktor des Instituts für Vorurteils- und Konfliktforschung e. V. Bis März 2011 war er Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. Der Historiker ist Autor und Herausgeber zahlreicher Werke zur deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert und zur Vorurteilsforschung.

Barbara Distel, 1943 geboren, war bis Juli 2008 Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau. Sie hat zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte der Konzentrationslager vorgelegt.

Wolfgang Benz und Barbara Distel verbindet eine langjährige Zusammenarbeit. Sie sind Gründer und Herausgeber des bis 2009 erschienenen Periodikums Dachauer Hefte, dessen Heft Nr. 7 Solidarität und Widerstand 1992 mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet worden ist. In gemeinsamer Herausgeberschaft entstand zudem ab 2005 die große enzyklopädische Gesamtdarstellung Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, die 2009 mit Erscheinen des 9. Bandes abgeschlossen wurde.