Donnerstag, 16. Juli 2015 19:00 Uhr

Wissenschaft – Planung – Vertreibung. Der Generalplan Ost der Nationalsozialisten

Die Stiftung Topographie des Terrors zeigt vom 17. Juli bis 28. August 2015 die Wanderausstellung der Deutschen Forschungsgemeinschaft „Wissenschaft – Planung – Vertreibung. Der Generalplan Ost der Nationalsozialisten”. Gemeinsam mit der DFG lädt die Stiftung zur Eröffnung der Ausstellung ein.

Grußwort:
Prof. Dr. Peter Funke, Vizepräsident der DFG, Münster

Vortrag und Ausstellungspräsentation:
Prof. Dr. Isabel Heinemann, Münster

Moderation:
Prof. Dr. Andreas Nachama, Direktor der Stiftung Topographie des Terrors

Topographie des Terrors 
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Der „Generalplan Ost” war 1942 von dem Berliner Agrarwissenschaftler Konrad Meyer erarbeitet und als Denkschrift dem Reichsführer SS Heinrich Himmler übergeben worden. Er sah vor, innerhalb der kommenden 25 Jahre fünf Millionen Deutsche im annektierten Polen und im eroberten Westteil der Sowjetunion anzusiedeln. Im Gegenzug sollten Millionen slawischer und jüdischer Bewohner dieser Regionen versklavt, vertrieben oder ermordet werden. Die 1920 als „Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft” gegründete DFG hatte die Erarbeitung dieses Plans als eines ihrer größten Einzelprojekte mit erheblichen finanziellen Mitteln gefördert.
In ihrem Vortrag berichtet Isabel Heinemann über die Entwicklung des „Generalplans Ost” und die damit verbundenen Ziele der nationalsozialistischen Umsiedlungspolitik; sie zeigt, wie eng Politik, akademische Forschung und Forschungsförderung im „Dritten Reich” miteinander verzahnt waren. Als eine der Autorinnen führt Heinemann auch in die Ausstellung ein, die seit 2006 zunächst in Deutschland und dann ab 2012 auch in Polen gezeigt wurde.

Isabel Heinemann, ist Inhaberin der Juniorprofessur für Neuere und Neueste Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und Leiterin einer Nachwuchsgruppe im Emmy Noether-Programm der DFG. Zu ihren Veröffentlichungen gehört „Rasse, Siedlung, deutsches Blut”. Das Rasse- und Siedlungshauptamt der SS und die rassenpolitische Neuordnung Europas (2003).