Donnerstag, 10. Oktober 2013 19:00 Uhr

„Wir haben es doch erlebt.” Das Ghetto von Riga

Präsentation des Dokumentarfilms (D 2013, 98 Min.) mit dem Regisseur Jürgen Hobrecht
Einführung und Moderation: Dr. Peter Klein

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkichnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(In Kooperation mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und dem Verein Gegen Vergessen - Für Demokratie)

Während des Zweiten Weltkriegs wurden mehr als 24.000 Juden aus dem „Großdeutschen Reich” nach Riga verschleppt. Um Platz für die Deportierten zu schaffen, ließ der Höhere SS- und Polizeiführer Friedrich Jeckeln die meisten einheimischen Juden aus dem Ghetto von Riga ermorden. Zwischen November 1941 und Oktober 1942 wurden in 25 Zügen deutsche, österreichische und tschechische Juden in die deutsch besetzte lettische Hauptstadt transportiert. Tausende von ihnen wurden direkt nach der Ankunft erschossen. Nur 1.073 der nach Riga deportierten Juden überlebten.
In seiner Einführung gibt Peter Klein einen Einblick in die Geschichte des Ghettos von Riga. Jürgen Hobrecht, der über viele Jahre hinweg zu den Verbrechen in Riga und den Schicksalen der Ghettobewohner recherchiert hat, berichtet über die Entstehung des Films. In dessen Zentrum stehen Berichte von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen über das Massaker an den lettischen Juden, das Leben im Ghetto, die Zwangsarbeit, die tägliche Todesgefahr und vom Überleben. Der Film dokumentiert auch das Leid der lettischen Juden nach dem Ende der NS-Zeit.

Jürgen Hobrecht, 1957 geboren, ist Autor und Filmemacher sowie Mitgründer der seit 2005 bestehenden Phoenix Medienakademie e.V. Seit Anfang der 1990er Jahre produziert er Filme mit seiner Firma Polis Film GmbH. Er ist Regisseur der Dokumentarfilme Verschollen in Riga – Bilder einer Erinnerungsreise (1992) und Widerstehen im Geiste Christi – Die Lübecker Märtyrer (2011). Sein neuer Film „Wir haben es doch erlebt.” Das Ghetto von Riga (2013) ist eine wesentlich erweiterte Fassung der Dokumentation von 1992 und wurde u.a. mit Unterstützung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), des Volksbunds Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. und des Deutschen Riga Komitees realisiert.

Peter Klein, 1962 geboren, lehrt am Fachbereich für Holocaust Studien des Touro College Berlin. Er hat zu unterschiedlichen Aspekten der deutschen Besatzungspolitik in Osteuropa publiziert, darunter zum Schicksal der Juden in verschiedenen Ghettos. Zu seinen Veröffentlichungen gehört die gemeinsam mit Andrej Angrick verfasste Studie Die „Endlösung” in Riga. Ausbeutung und Vernichtung 19411944 (2006). Peter Klein ist Fachberater des Films „Wir haben es doch erlebt.”