Dienstag, 30. Januar 2018 19:00 Uhr

„Weil ich nun mal ein Gerechtigkeitsfanatiker bin”. Der Fall des SS-Richters Konrad Morgen

Begrüßung: Prof. Dr. Andreas Nachama, Direktor der Stiftung Topographie des Terrors

Grußwort: Prof. Dr. Raphael Gross, Präsident der Stiftung Deutsches Historisches Museum

Buchpräsentation und Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Herlinde Pauer-Studer, Wien, und Prof. Dr. Werner Konitzer

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Gemeinsam mit der Stiftung Deutsches Historisches Museum und dem Suhrkamp Verlag)

Während des Zweiten Weltkriegs war Konrad Morgen (1909–1982) als Richter u.a. am „Hauptamt SS-Gericht” in München tätig. Von Heinrich Himmler persönlich mit der Untersuchung von Korruptionsverbrechen beauftragt, ermittelte er später gegen höherrangige SS-Führer, so gegen Karl Otto Koch, den ehemaligen Kommandanten des Konzentrationslagers Buchenwald, und gegen Adolf Eichmann, dem er vorwarf, Juwelen unterschlagen zu haben.

In ihrem Buch „Weil ich nun mal ein Gerechtigkeitsfanatiker bin”. Der Fall des SS-Richters Konrad Morgen (2017, engl. Originalausgabe 2015) zeichnen Herlinde Pauer-Studer und J. David Velleman die wichtigsten Stationen in der Karriere des SS-Richters Konrad Morgen nach, gestützt auf seine Berichte und Briefe aus der Kriegszeit sowie seine Aussagen in Nürnberg und beim Frankfurter Auschwitz-Prozess. Im Podiumsgespräch werden die Biographie dieses ambivalenten Charakters näher beleuchtet, seine Selbstzeugnisse kritisch hinterfragt und auch aus der Perspektive der Moralphilosophie analysiert.

Herlinde Pauer-Studer, 1953 geboren, ist Professorin für Praktische Philosophie an der Universität Wien und war Leiterin des Projekts des Europäischen Forschungsrats „Verzerrungen des Normativen”. Zu ihren Veröffentlichungen zählt der zusammen mit Julian Fink herausgegebene Band Rechtfertigungen des Unrechts. Das Rechtsdenken im Nationalsozialismus in Originaltexten (2014).

Werner Konitzer ist apl. Professor an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) und als Berater von Ausstellungen im Deutschen Historischen Museum tätig. Zu seinen Veröffentlichungen gehören Moralität des Bösen. Ethik und nationalsozialistische Verbrechen (2009, hg. mit Raphael Gross) und „Arbeit”, „Volk”, „Gemeinschaft”. Ethik und Ethiken im Nationalsozialismus (2016, hg. mit David Palme).