Dienstag, 19. Januar 2016 19:00 Uhr

The Kielce pogrom 1946

Begrüßung: Prof. Dr. Andreas Nachama, Berlin
Vortrag (in englischer Sprache mit Simultanübersetzung):
Prof. Dr. Jan T. Gross, Princeton (New Jersey, USA)
Moderation: Prof. Dr. Wolfgang Benz, Berlin

Eröffnungsvortrag der Konferenz »1946 – Unerwünschte Rückkehr. Antijüdische Anfeindungen und Ausschreitungen nach dem Holocaust«

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Gemeinsam mit dem Institut für Vorurteils- und Konfliktforschung e.V.
und der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas,
konzipiert mit Dr. Brigitte Mihok, Berlin)

Das Wiederaufleben des jahrhundertealten antisemitischen Ritualmordvorwurfs löste im Sommer 1946 in der polnischen Stadt Kielce ein Massaker gegen Juden aus, wie niemand es nach dem Ende des Nationalsozialismus für möglich gehalten hatte. Die antisemi-tische Stimmung kulminierte in einem Pogrom, der sich rasch ausbreitete und an dem neben der städtischen Bevölkerung auch Soldaten beteiligt waren. 42 jüdische Männer, Frauen und Kinder wurden ermordet; 40 wurden zum Teil schwer verletzt. Die polnische Regierung stand den Ausschreitungen hilflos gegenüber, und von der katholischen Kirche, die den Pogrom nicht eindeutig und scharf verurteilte, war keine Hilfe zu erwarten. Die in Polen lebenden Juden reagierten sofort. Eine Massenflucht war die Antwort. Der größte Teil der Überlebenden verließ das Land und machte sich auf den Weg in die westlichen Besatzungszonen Deutschlands und Österreichs.

Jan T. Gross, 1947 geboren, ist Professor für Geschichte sowie Krieg und Gesellschaft an der Princeton University. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen vorgelegt, darunter Nachbarn. Der Mord an den Juden von Jedwabne (2001) und Angst. Antisemitismus nach Auschwitz in Polen (2012).

Tagung | 20. Januar

Konferenzflyer (PDF)