Dienstag, 29. September 2015 19:00 Uhr

Slowenien unter deutscher Besatzung (1941–1945)

Nationalsozialistische Besatzungs- und Germanisierungspolitik in Slowenien
Vortrag: Dr. Eckart Dietzfelbinger, Nürnberg

Zur Problematik der Entschädigung für slowenische Okkupationsopfer
Vortrag: Tone Kristan, Kranj (Slowenien)

Moderation: Andreas Sander, Stiftung Topographie des Terrors, Berlin

Topographie des Terrors  Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Gemeinsam mit dem Metropol Verlag) 

Der „Balkanfeldzug” der deutschen Wehrmacht begann am 6. April 1941 mit dem Angriff auf Griechenland und Jugoslawien, zwei Tage später war das jugoslawische Slowenien besetzt. Die jugoslawische Armee kapitulierte am 17. April 1941. Slowenien wurde zunächst zwischen Deutschland, Italien und Ungarn aufgeteilt. Nach der Kapitulation Italiens im September 1943 fiel das bis dahin von Italien kontrollierte Gebiet ebenfalls an die Deutschen. In seiner Funktion als „Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums” trieb Heinrich Himmler die „Germanisierung” Sloweniens – die „völkische Eingliederung” des Landes in das Deutsche Reich – entschieden voran. Während des Partisanenkriegs eskalierte die Gewalt der deutschen Besatzer. Zehntausende Slowenen wurden infolge der NS-Rassenpolitik vertrieben, deportiert oder umgebracht.
In seinem Vortrag gibt Eckart Dietzfelbinger einen Überblick über die national-sozialistische Besatzungs- und Germanisierungspolitik in Slowenien. Tone Kristan berichtet über die 1997 gegründete Slowenische Vereinigung der Okkupationsopfer 1941–1945 und deren Anliegen, Entschädigungsansprüche geltend zu machen.

Eckart Dietzfelbinger, 1953 geboren, ist Politikwissenschaftler. Von 1994 bis 2014 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg und dort u.a. Mitinitiator eines Symposiums zum Thema „NS-Unrecht in Slowenien 1941–1945”. Er gehört zu den Autoren des aus diesem Anlass publizierten Bandes Entrechtung, Vertreibung, Mord. NS-Unrecht in Slowenien und seine Spuren in Bayern 19411945 (2005, 2. Aufl. 2014, hg. von G. Jochem und G. Seiderer).

Tone Kristan, 1928 geboren, ist Initiator und Ehrenpräsident der Slowenischen Vereinigung der Okkupationsopfer 1941–1945 (ZZO), Kranj. Er ist Autor mehrerer Beiträge über die Ansprüche der Opfer der deutschen Besetzung Sloweniens auf Entschädigung für den erlittenen Schaden. In dem in Zusammenarbeit mit der ZZO entstandenen Band Entrechtung, Vertreibung, Mord ist er u.a. mit dem Beitrag vertreten: Zur Vernichtung verurteilt. Das Martyrium des slowenischen Volkes während der Okkupation 1941–1945.