Donnerstag, 13. März 2014 19:00 Uhr

Sachsenhausen. Das „Konzentrationslager bei der Reichshauptstadt”. Gründung und Ausbau

Vortrag: Prof. Dr. Günter Morsch, Oranienburg
Moderation: Prof. Dr. Andreas Nachama, Berlin

Topographie des Terrors  Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Gemeinsam mit der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten)

Innerhalb des Systems der nationalsozialistischen Konzentrationslager nahm das 1936 von Häftlingen errichtete KZ Sachsenhausen als erster großer, von einem SS-Architekten durchgeplanter KZ-Komplex eine besondere Stellung ein. Der Baubeginn des nur acht Kilometer von der Reichshauptstadt Berlin entfernten Lagers erfolgte im Juli 1936, etwa zwei Wochen bevor in Berlin die Olympischen Spiele eröffnet wurden. Das Lager war zugleich Modell für den weiteren Ausbau des KZ-Systems und SS-Ausbildungsstätte. Vom „Reichsführer SS” Heinrich Himmler wurde es als „ein vollkommen neues, jederzeit erweiterungsfähiges, modernes und neuzeitliches Konzentrationslager” bezeichnet.
In seinem gerade erschienenen Buch Sachsenhausen. Das „Konzentrationslager bei der Reichshauptstadt”. Gründung und Ausbau (2014) schildert Günter Morsch auf der Basis zahlreicher Dokumente und Fotos die Hintergründe zur Entstehung des Lagers, die Entwicklung in seiner ersten Ausbauphase sowie die Geschehnisse im Lager bis zum Weggang des ersten Kommandanten Karl Otto Koch im Sommer 1937.

Günter Morsch, 1952 geboren, ist Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und Leiter der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen sowie Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte des Nationalsozialismus und der „Erinnerungskultur” vorgelegt, darunter die Ausstellungskataloge Mord und Massenmord im Konzentrationslager Sachsenhausen 19361945 (2005, Hg.) und Das Konzentrationslager Sachsenhausen. Ereignisse und Entwicklungen 19361945 (2008, hg. mit Astrid Ley) sowie den Band Neue Studien zu nationalsozialistischen Massentötungen durch Giftgas. Historische Bedeutung, technische Entwicklung, revisionistische Leugnung (2011, hg. mit Bertrand Perz, unter Mitarbeit von Astrid Ley).

Andreas Nachama ist Direktor der Stiftung Topographie des Terrors.