Donnerstag, 15. Januar 2015 10:00 Uhr

RSHA und Nachkriegsjustiz: Das Bovensiepen-Verfahren und die Deportationen der Juden aus Berlin

10.00 Uhr

Begrüßung:
Prof. Dr. Andreas Nachama, Direktor der Stiftung Topographie des Terrors
Dr. Christine Fischer-Defoy, Vorsitzende des Aktiven Museums

Die gescheiterten Verfahren gegen Mitarbeiter des Reichssicherheitshauptamts nach 1945
Vortrag: PD Dr. Annette Weinke, Historisches Institut, Friedrich-Schiller-Universität Jena

Moderation: Andreas Sander, Stiftung Topographie des Terrors

11.15 Uhr: Pause

11.30 Uhr

Die Mitarbeiter der Stapoleitstelle Berlin und das Bovensiepen-Verfahren
Vortrag: Dr. Akim Jah, Berlin

Die RSHA-Arbeitsgruppe bei der Generalstaatsanwaltschaft beim Kammergericht Berlin und deren Aktenüberlieferung im Landesarchiv Berlin
Vortrag: Bianca Welzing-Bräutigam, Landesarchiv Berlin

Moderation: Dr. Hans-Christian Jasch, Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz, Berlin

13.00 Uhr: Mittagspause

14.00 Uhr

Das Wissen um den Judenmord aus der Perspektive „untergetauchter” Juden
und ihrer Helfer

Vortrag: Dr. Beate Kosmala, Gedenkstätte Stille Helden in der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin

Die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Bovensiepen-Verfahren
Vortrag: Dr. des. Gerd Kühling, Berlin, Aktives Museum

Moderation: Dr. habil. Gideon Botsch, Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien e. V.,  Potsdam

15.30 Uhr: Pause 

16.00 Uhr

Abschlussdiskussion: Dr. Akim Jah, Dr. des. Gerd Kühling, PD Dr. Annette Weinke, Bianca Welzing-Bräutigam, Prof. Dr. Michael Wildt (Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin)
Moderation: Prof. Dr. Peter Klein, Fakultät Holocaust Studies, Touro College Berlin 

(Gemeinsam mit dem Aktiven Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V., dem Landesarchiv Berlin und dem Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin)

1963 leitete die Staatsanwaltschaft Berlin (West) Ermittlungen gegen ehemalige Mitarbeiter des Reichssicherheitshauptamts ein. Dabei standen auch die vormaligen Angehörigen der Stapoleitstelle Berlin wegen ihrer Mitwirkung an der Deportation der Juden in den Jahren 1941 bis 1945 im Fokus des staatsanwaltlichen Interesses. Hauptbeschuldigter war Otto Bovensiepen als ehemaliger Leiter der Gestapo-Dienststelle. 1969 wurde die Hauptverhandlung eröffnet und 1971 das Urteil verkündet. Trotz umfangreicher Ermittlungen im In- und Ausland wurde keiner der Beschuldigten verurteilt.

Das Symposium befasst sich mit Hintergründen und Scheitern des Bovensiepen-Verfahrens, fragt nach der zeitgenössischen Rezeption sowie nach seinem Stellenwert im heutigen öffentlichen Bewusstsein.

Topographie des Terrors
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Anmeldung bis zum 8. Januar 2015 an: info@aktives-museum.de, Tel. 030 2639-89039