Dienstag, 6. Juni 2017 19:00 Uhr

Ressourcenmobilisierung. Wissenschaftspolitik und Forschungspraxis im NS-Herrschaftssystem

Buchpräsentation: Dr. Sören Flachowsky, Prof. Dr. Rüdiger Hachtmann und Florian Schmaltz (alle Berlin)
Moderation: PD Dr. Susanne Heim, Berlin

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

In welchen Größenordnungen und auf welche Weise wurden zwischen 1933 und 1945 „Ressourcen” für Wissenschaft und Forschung mobilisiert? Diese zentrale Frage des Verhältnisses von Wissenschaften und Politik im Nationalsozialismus wird in dem Sammelband Ressourcenmobilisierung (2016) für ein breites Spektrum an wissenschaftlichen Einzeldisziplinen thematisiert. Im Fokus der Beiträge steht die von Deutschland ausgehende wissenschaftliche Ausbeutung der ab 1938 annektierten und besetzten Gebiete. Analysiert wird, wie „effizient” diese für die NS-Diktatur war, wie die wissenschaftliche Vernetzung mit dem okkupierten bzw. verbündeten Europa während des Zweiten Weltkriegs aussah und welche Unterschiede sich je nach europäischer Region ausmachen lassen. Gezeigt wird außerdem, wie sich die gesellschaftlichen Teilsysteme Wissenschaft, Staat, Militär und Wirtschaft verflochten.

Sören Flachowsky, 1971 geboren, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine wichtigste Publikation ist Von der Notgemeinschaft zum Reichsforschungsrat. Wissenschaftspolitik im Kontext von Autarkie, Aufrüstung und Krieg (2008).

Rüdiger Hachtmann, 1953 geboren, ist apl. Professor an der Technischen Universität Berlin und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam. Er ist Autor zahlreicher Publikationen, u.a. Wissenschaftsmanagement im „Dritten Reich”. Die Generalverwaltung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (2007) und Das Wirtschaftsimperium der Deutschen Arbeitsfront (2012).

Florian Schmaltz, 1968 geboren, ist Projektleiter des Forschungsprogramms Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte. Zu seinen Publikationen zählt Kampfstoff-Forschung im Nationalsozialismus. Zur Kooperation von Kaiser-Wilhelm-Instituten. Militär und Industrie (2005).

Susanne Heim, 1955 geboren, ist Projektkoordinatorin der Edition „Judenverfolgung 1933–1945”. Zuvor war sie Leiterin des Forschungsprogramms „Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus“ der Max-Planck-Gesellschaft.