Dienstag, 21. Januar 2014 19:00 Uhr

Polizei, Verfolgung und Gesellschaft im Nationalsozialismus

NS-Polizeiforschung und aktuelle Projekte
Vortrag: Dr. Wolfgang Schulte

Die Hamburger Ordnungspolizei im Nationalsozialismus
Vortrag:Herbert Diercks

Die Nachkriegskarriere von Julius Wohlauf und ihr jähes Ende
Vortrag: Martin Hölzl

Einführung und Moderation: Dr. Christl Wickert

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Von 1933 bis 1945 war die Polizei – ob als Geheime Staatspolizei, Kriminalpolizei, Schutzpolizei oder Ordnungspolizei – ein wesentlicher Teil des nationalsozialistischen Terrorsystems. Sie agierte in enger Zusammenarbeit mit Justiz und Verwaltung, mit der NSDAP, deren Organisationen und unterstellten Sonderbehörden und war während des Zweiten Weltkriegs an der Durchführung der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik beteiligt.
Das von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme herausgegebene neue Themenheft Polizei, Verfolgung und Gesellschaft im Nationalsozialismus (= Beiträge zur Geschichte der nationalsozialistischen Verfolgung in Norddeutschland, H. 15, 2013) nimmt Tätigkeit und Handlungsspielräume der Polizei im norddeutschen Raum in den Blick. Die Beiträge des von Herbert Diercks und Christl Wickert redigierten Bands legen einen deutlichen Akzent auf Aspekte, die von der NS-Polizeiforschung bisher noch nicht aufgegriffen worden sind.

Wolfgang Schulte, 1955 geboren, ist Dozent im Fachgebiet Allgemeine Polizeiwissenschaft an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster. Er war Projektleiter der Ausstellung „Ordnung und Vernichtung – Die Polizei im NS-Staat”, die 2011 im Deutschen Historischen Museum in Berlin gezeigt worden ist.

Herbert Diercks, 1953 geboren, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme im Arbeitsbereich Forschung und Vermittlung. Er ist Kurator diverser Ausstellungen über Widerstand und Verfolgung in Hamburg, darunter die 2012 gezeigte „Dokumentation Stadthaus. Die Hamburger Polizei im Nationalsozialismus”.

Martin Hölzl, 1971 geboren, ist freier wissenschaftlicher Mitarbeiter im Interviewprojekt „Sprechen trotz allem” der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Er war Kurator im Team der Ausstellung „Ordnung und Vernichtung – Die Polizei im NS-Staat” und ist u.a. Autor des Katalogbeitrags Legenden mit Langzeitwirkung. Die deutsche Polizei und ihre NS-Vergangenheit (2011).

Christl Wickert, 1953 geboren, ist freie Mitarbeiterin der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Die Historikerin und Politologin kuratierte u.a. die Ausstellung „Dienststelle Neuengamme – Die Lager-SS”.