Dienstag, 4. März 2014 19:00 Uhr

Polen unter deutscher und sowjetischer Herrschaft September 1939 – Juni 1941

Vortrag: Prof. Dr. Dieter Pohl, Klagenfurt
Moderation: Andreas Sander, Berlin

Topographie des Terrors  Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Im Rahmen der Reihe Krieg – Besatzung – Erinnerung. Polen und der Zweite Weltkrieg)

(Gemeinsam mit dem Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften)

Mit dem Angriff der deutschen Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg. Am 17. September marschierten Einheiten der Roten Armee in Ostpolen ein. Die Nationalsozialisten annektierten den westlichen Teil Polens und richteten in Zentralpolen das sog. „Generalgouvernement für die besetzten polnischen Gebiete” ein. Die östlichen Landesteile, die etwa die Hälfte des polnischen Staatsterritoriums ausmachten, wurden den Sowjetrepubliken Weißrussland und Ukraine sowie Litauen angegliedert. Bis zum deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 stand Polen sowohl unter deutscher als auch unter sowjetischer Gewaltherrschaft.
In seinem Vortrag beschreibt Dieter Pohl die Kriegsereignisse im September 1939 in Polen und analysiert die Besatzungspolitik der beiden radikalen Regime. Trotz des gewalttätigen Vorgehens auf beiden Seiten wird deutlich, dass sich die Besatzungspolitiken durchaus unterschieden.

Dieter Pohl, 1964 geboren, ist Professor für Zeitgeschichte an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Von 1995 bis 2010 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin. Er hat zahlreiche Publikationen zur Geschichte der nationalsozialistischen Herrschaft, Besatzung und Verbrechen in Osteuropa, zur Geschichte kommunistischer Systeme und zur Geschichte der Ukraine vorgelegt, darunter Nationalsozialistische Judenverfolgung in Ostgalizien 1941–1944. Organisation und Durchführung eines staatlichen Massenverbrechens (1996), Holocaust. Die Ursachen, das Geschehen, die Folgen (2000), Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933–1945 (3. Aufl. 2011) und Die Herrschaft der Wehrmacht. Deutsche Militärbesatzung und einheimische Bevölkerung in der Sowjetunion 1941–1944 (2. Aufl. 2011). Zuletzt erschien Zwangsarbeit in Hitlers Europa. Besatzung – Arbeit – Folgen (2013, hg. mit Tanja Sebta).

Andreas Sander ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Topographie des Terrors und Kurator der Dauerausstellung „Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt in der Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße”.