Donnerstag, 23. April 2015 19:00 Uhr

Ohm Krüger | Film

(Spielfilm, D 1941, ca. 133 min, Regie: Franz Steinhoff)

Einführung: Marian Kaiser M.A., Berlin

Topographie des Terrors
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Im Rahmen der Reihe Kunst im NS-Staat. Ideologie, Ästhetik, Protagonisten

Der „Emil-Jannings-Film der Tobis” „Ohm Krüger” klagt im Jahr 1941 Entrechtung und Enteignung an, zeigt Bilder der Gewalt in Konzentrationslagern und setzt die Ermordung von unschuldigen Männern, Frauen, Kindern und Alten ins Bild – als Verbrechen englischer Kolonialgeschichte an südafrikanischen Buren. Der Film betreibt dabei eine Form antibritischer und antisemitischer Propaganda, die über die Strategien anderer Hetz- und Tendenzfilme weit hinausgeht: Er zeigt eine angeblich überhistorische „Wahrheit”, die mit den Mitteln des Films aus der historischen „Wirklichkeit” herausgeschält und als Handlungsanweisung an das deutsche Volk gerichtet wird. „Ohm Krüger” war mit 5,4 Mio. Reichsmark der zweitteuerste Film im „Dritten Reich” und erhielt das insgesamt nur fünfmal vergebene Prädikat „Film der Nation”.

Marian Kaiser, 1977 geboren, ist Medientheoretiker, Kulturwissenschaftler und Filmautor. Er arbeitet derzeit an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Zu seinen Forschungsthemen gehören Politik und Theorie des Films im „Dritten Reich”.

Mit freundlicher Unterstützung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Kunst im NS-Staat. Ideologie, Ästhetik, Protagonisten (Flyer, PDF)