Donnerstag, 30. Oktober 2014 19:00 Uhr

Menschen mit Behinderungen im „Dritten Reichʺ

Anpassung – Widerstand – Vernichtung. Menschen mit Behinderungen in der NS-Zeit
Dr. Petra Fuchs, Berlin

Täter und Opfer in der Gehörlosengemeinschaft
Mark Zaurov, Hamburg

Moderation: Rainer E. Klemke, Berlin

Topographie des Terrors  Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Gemeinsam mit der Stiftung Denkmal der ermordeten Juden Europas)

Im Rahmen der Reihe Patientenmorde 1933–1945. Die NS-„Euthanasie”-Zentrale in der Tiergartenstraße 4

Die beiden Vorträge werfen ein Schlaglicht auf die Bandbreite der unterschiedlichen Lebensweisen „behinderter” Menschen im Nationalsozialismus. Die Existenzmöglichkeiten bewegten sich in einem Spannungsfeld, das Diskriminierung, Verfolgung und Vernichtung ebenso beinhaltete wie Formen der (Mit-)Täterschaft und des Widerstands.
In ihrem Vortrag beleuchtet Petra Fuchs exemplarische Lebenswege zwischen Anpassung und Widerstand, Verfolgung und Vernichtung im „Dritten Reich”. Mark Zaurov lenkt den Blick auf Täter und Opfer in der Gehörlosengemeinschaft.

Petra Fuchs, 1958 geboren, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Alice Salomon Archiv der ASH Berlin, gehörte zum DFG-Erkenntnistransfer-Projekt „Erinnern heißt gedenken und informieren”, das die Ausstellung des Gedenk- und Informationsorts für die Opfer der NS-„Euthanasie”-Morde in der Tiergartenstraße erarbeitet hat und ist Mitglied des Arbeitsausschusses der Stiftung Topographie des Terrors. Sie ist Mitherausgeberin des Bandes Die nationalsozialistische „Euthanasie”-Aktion „T 4” und ihre Opfer. Geschichte und ethische Konsequenzen für die Gegenwart (2010).

Mark Zaurov, 1972 geboren, ist Historiker, Gebärdensprachdolmetscher und Vorsitzender der Interessengemeinschaft Gehörloser jüdischer Abstammung in Deutschland e.V. Er promoviert an der Universität Hamburg über gehörlose Juden in Kunst, Politik und Wissenschaft vom 18. bis zum 21. Jahrhundert. 2011 war er Charles H. Revson Foundation Fellow am United States Holocaust Memorial Museum. Zu seinen Veröffentlichungen zählen Gehörlose Juden. Eine doppelte kulturelle Minderheit (2003) und Overcoming the Past, Determining its Consequences and Finding Solutions for the Present. A contribution for Deaf Studies and Sign Language Education (2009, hg. mit Klaus-B. Günther).

Rainer E. Klemke, 1947 geboren, ist Kommunikationsberater und Projektentwickler für Museen und Gedenkstätten sowie Leiter des „Runden Tisches Haftanstalt Rummelsburg”. Bis zu seinem Ruhestand war er als Museums- und Gedenkstättenreferent in der Berliner Kulturverwaltung tätig.

Für die Veranstaltung wird eine Übersetzung in Gebärdensprache angeboten.