Dienstag, 17. Februar 2015 19:00 Uhr

„Mein Kampf” – eine kritische Edition

PD Dr. Magnus Brechtken, München, im Gespräch mit Prof. Dr. Michael Wildt

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Gemeinsam mit dem Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin)

Am 31. Dezember 2015, 70 Jahre nach Hitlers Todesjahr, verliert der Freistaat Bayern die Urheberrechte für dessen Werk „Mein Kampf”. Das Institut für Zeitgeschichte München-Berlin hat es sich zum Ziel gesetzt, bis dahin eine wissenschaftlich kommentierte Edition dieser berüchtigten Publikation vorzulegen, die Hitler in den Jahren 1924 und 1925 geschrieben hat. Ein Projektteam arbeitet mit interdisziplinärem Ansatz daran, die Entstehungsgeschichte und die Quellen von Hitlers Text heraus­zuarbeiten, sich mit seinen Thesen kritisch auseinanderzusetzen und mit den Ergebnissen der modernen Forschung zu kontrastieren. Damit ist die Absicht verbunden, das Buch zu entmystifizieren und als eine der zentralen Quellen zur Geschichte des Nationalsozialismus verfügbar zu machen.

Im Rahmen des Podiumsgesprächs gibt Magnus Brechtken einen Einblick in die Editionsarbeit sowie die Gründe und Ziele des Projekts. Diskutiert wird auch die in der Öffentlichkeit kontrovers debattierte Frage, ob die ausführlich kommentierte Ausgabe von Hitlers „Mein Kampf” erscheinen solle oder nicht.

Magnus Brechtken, 1964 geboren, ist Stellvertretender Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin. Von 2002 bis 2012 lehrte er „European Studies” bzw. „German History and Politics” an der University of Nottingham. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen vorgelegt, darunter „Madagaskar für die Juden”. Anti-semitische Idee und politische Praxis 1885–1945 (1997), Die nationalsozialistische Herrschaft 1933–1939 (2004, 2. überarb. Aufl. 2012) sowie Life Writing and Political Memoir – Lebenszeugnisse und Politische Memoiren (2012, Hg.).

Michael Wildt, 1954 geboren, ist Professor für Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt im Nationalsozialismus an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er hat zahlreiche Studien zur Geschichte der Gewalt und zum nationalsozialistischen Terror publiziert.