Dienstag, 20. Januar 2015 17:30 Uhr

„Mein Auschwitz” – Władysław Bartoszewski im Gespräch mit Gesine Schwan

Władysław Bartoszewski, Auschwitz-Überlebender und ehem. polnischer Außenminister, im Gespräch mit Prof. Dr. Gesine Schwan

Grußwort: Prof. Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien

Bildungs- und Begegnungszentrum Clara Sahlberg
Koblanckstraße 10, 14109 Berlin-Wannsee
Eintritt frei

(Gemeinsam mt der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz)

Eine Anmeldung ist nicht mehr möglich. Alle verfügbaren Plätze sind bereits vergeben.

In seinem Buch „Mein Auschwitz” (2014) berichtet Władysław Bartoszewski erstmals ausführlich von seiner Zeit, die er als Häftling im Konzentrationslager Auschwitz verbrachte. Am 19. September 1940 war er im Alter von 18 Jahren in Warschau bei einer Straßenrazzia der deutschen Besatzungsmacht verhaftet worden. In der Nacht zum 22. September kam er mit einem Transport von insgesamt 1.705 Menschen in Auschwitz an. Als polnischer politischer Häftling mit der Nummer 4427 verbrachte er 199 Tage im Lager, bis er am 8. April 1941 schwerkrank entlassen wurde. Seine Erinnerungen geben detaillierte Einblicke in den Alltag der Anfangszeit des Konzentrationslagers. Bartoszewski berichtet über die Appelle und den Terror der SS-Bewacher, über die von ihm ausgeübten Hilfsarbeiten, über seine Zeit im „Krankenbau” und wie er als einer von wenigen Gefangenen das Lager wieder verlassen konnte.
Die polnische Ausgabe „Mój Auschwitz” wurde 2010 unter der Schirmherrschaft des Museums Auschwitz-Birkenau publiziert. Die deutsche Übersetzung ist soeben erschienen.

Władysław Bartoszewski, 1922 geboren, ist Historiker, Publizist und Politiker. Während der deutschen Herrschaft in Polen war er im Untergrund tätig. Er war 1940/41 Häftling in Auschwitz, wurde Mitbegründer des „Hilfsrats für Juden” und nahm 1944 am Warschauer Aufstand teil. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er zunächst als Journalist, später als Gastprofessor an der Universität tätig. Er wurde aus politischen Gründen mehrfach inhaftiert, war Präsident und Generalsekretär des polnischen P.E.N.-Club und arbeitete in der Solidarność-Bewegung mit. 1995 und 2000/01 war er Minister für Auswärtige Angelegenheiten; 2007 wurde er zum Staatssekretär und Bevollmächtigten für den internationalen Dialog ernannt. Er ist Autor zahlreicher Bücher und Träger hoher nationaler und internationaler Auszeichnungen, u.a. Großkreuz des Bundesverdienstordens (2001), Kommandeurkreuz der Ehrenlegion (2009) und Ehrenbürgerschaft des Staates Israel (1991).

Gesine Schwan, 1943 geboren, ist Leiterin der HUMBOLDT-VIADRINA Governance Platform, Berlin. Von 2005 bis 2009 übte sie das Amt der Koordinatorin der Bundesregierung für die grenznahe und zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit mit Polen aus.

Am Dienstag, den 20. Januar, um 16 Uhr wird eine Führung durch die Ausstellung in der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz angeboten.