Dienstag, 27. August 2013 19:00 Uhr

Massen­medien im Nationalsozialismus: Presse, Rundfunk, Wochen­schau

Podiumsdiskussion: Prof. Dr. Karl Christian Führer, Prof. Dr. Inge Marszolek, Dr. Rainer Rother
Moderation: Alfred Eichhorn

(Im Rahmen der Ausstellung „Zwischen den Zeilen? Zeitungspresse als NS-Macht­instrument”)

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

In der NS-Diktatur sollten nicht nur das „Traditionsmedium” Presse, sondern auch die „modernen” Medien Rundfunk und Wochenschau die Bevölkerung regelmäßig informieren. Doch wie erfolgte die Berichterstattung der „gleichgeschalteten” Medien und in welchem Umfang wurde sie gelenkt und propagandistisch instrumentalisiert? Wie wurde die nationalsozialistische Ideologie transportiert? Welche Bedeutung kam den einzelnen Massenmedien in der Zeit von 1933 bis 1939 und während des Zweiten Weltkriegs zu?
Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion gehen diesen Fragen nach und beschreiben in einführenden Beiträgen die Form und Funktion von Presse, Rundfunk und Wochenschau im Nationalsozialismus.

Karl Christian Führer, 1954 geboren, ist apl. Professor am Historischen Seminar der Universität Hamburg. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte der Sozialpolitik, Medien- und Kulturgeschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert vorgelegt, darunter der Aufsatz Die Tageszeitung als wichtigstes Massenmedium der nationalsozialistischen Gesellschaft (2007).

Inge Marszolek, 1947 geboren, ist Professorin pens. im Fachgebiet Kultur- und Zeitgeschichte der Universität Bremen. Sie hat zahlreiche Studien zur Geschichte des Nationalsozialismus und zur Sozial- und Alltagsgeschichte des 20. Jahrhunderts publiziert. Zusammen mit Adelheid von Saldern ist sie Herausgeberin des Bandes Zuhören und Gehörtwerden. Radio im Nationalsozialismus. Zwischen Lenkung und Ablenkung (1998).

Rainer Rother, 1956 geboren, ist Künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen und Leiter der Retrospektive der Berlinale. Er veröffentlichte zahlreiche Publikationen zur Filmgeschichte, darunter Die Kriegswochenschau – Entstehung einer Form, in: Ders./Judith Prokasky (Hg.), Die Kamera als Waffe. Propagandabilder des Zweiten Weltkrieges (2010).

Alfred Eichhorn, 1944 geboren, lebt als freier Journalist in Berlin. Nach dem Studium der Journalistik an der Universität Leipzig arbeitete er für verschiedene Zeitungen und beim Rundfunk der DDR. 1989 wurde er letzter Chefredakteur von Radio DDR. Ab 1993 war er beim Sender Freies Berlin tätig und bis 2009 beim RBB Redakteur und Moderator von „Forum – Die Debatte im Inforadio”.

Um 17.30 Uhr besteht die Gelegenheit zur Teilnahme an einer Führung durch die Sonderausstellung „Zwischen den Zeilen? Zeitungspresse als NS-Machtinstrument” mit der Kuratorin Dr. Judith Prokasky. Wir bitten um Anmeldung unter veranstaltungen@topographie.de oder Telefon 030 254509-0.

„Zwischen den Zeilen?” Begleitprogramm (PDF)