Dienstag, 12. April 2016 19:00 Uhr

Marschordnungen. Das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg

Begrüßung: 
Andreas Nachama, Stiftung Topographie des Terrors, Berlin

Grußwort: 
Florian Dierl, Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände, Nürnberg

Zur Ausstellung: 
Carolin Höfler und Matthias Karch, TH Köln / TU Braunschweig

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Anmeldung bis 10. April 2016: 
veranstaltungen(at)topographie.de

Die Bauten und Projekte des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg gehören zu den bekanntesten Propagandaarchitekturen der NS-Zeit, die durch gezielte Mobilisierung der Massen Emotionen weckten, welche für politische und ideologische Zwecke instrumentalisiert wurden. Die Ausstellung „Marschordnungen” fragt danach, mit welchen architektonischen Mitteln und raumgreifenden Ereignissen diese Emotionalisierung erreicht werden konnte. Sie analysiert die Architektur und Choreografie der Nürnberger Reichsparteitage und synthetisiert die Erkenntnisse in einem architektonischen Entwurf, der eine Alternative zwischen denkmalpflegerischem Erhalt und kontrolliertem Verfall der NS-Bauwerke anbietet.

In vierzehn Stationen widmet sich die Ausstellung den verschiedenen Repräsentationsarchitekturen des Geländes und ihrer Inszenierung durch die Parteitage. In historischen Fotografien, Marschplänen und Architekturmodellen werden die militärisch organisierten Massenrituale zeitlich und räumlich rekonstruiert. Die Bilder und Modelle zeigen, wie die Vorstellung von formierten oder marschierenden Massen den Entwurf der Architektur geprägt hat. Zugleich lassen sie umgekehrt auch erkennen, wie die Bauten und Plätze die Bewegungen organisiert haben.

Diese Form der totalen Propaganda mit Mitteln des Bauens und der Bewegung nachzuvollziehen, ist nicht nur das Anliegen der architekturhistorischen Ausstellung, sondern auch des aktuellen Entwurfsvorschlages zur Aktivierung des Nürnberger Reichsparteitagsgeländes, der ebenso präsentiert wird.

Konzeption und Realisierung: Carolin Höfler und Matthias Karch mit Katharina Specht

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Topographie des Terrors, der Technischen Universität Braunschweig, des Braunschweigischen Hochschulbundes und der Sto-Stiftung.

Begleitprogramm