Donnerstag, 6. Oktober 2016 19:00 Uhr

Im Schatten von Albert Speer. Der Architekt Rudolf Wolters

Vortrag: Dr. André Deschan, Berlin
anschließend: Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Wolfgang Schäche, Berlin
Moderation: Ulrike Plewnia, Berlin

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Rudolf Wolters (1903–1983) war Schüler von Heinrich Tessenow und bei Hans Poelzig –  Protagonisten moderner Architektur – und wurde einer der einflussreichsten Architekten des nationalsozialistischen Deutschlands. Als einer der engsten Mitarbeiter von Albert Speer war er unter anderem wesentlich an den Entwürfen für die „Reichshauptstadt” beteiligt und schrieb für ihn Pressetexte und Reden. Von Albert Speer von jeder Verantwortung freigesprochen, arbeitete Rudolf Wolters nach 1945 unbehelligt in seiner Heimatstadt Coesfeld. Dank seiner Verbindungen aus der NS-Zeit baute er dort ein Netzwerk von Architekten zum Aufbau der Bundesrepublik auf.
In seinem gerade erschienenen Buch Im Schatten von Albert Speer. Der Architekt Rudolf Wolters (2016) wertet André Deschan den Nachlass von Rudolf Wolters aus, der sich nach einem Aufenthalt in der Sowjetunion ab 1933 nachhaltig in Deutschland etablieren konnte. Zugleich ergründet der Autor das lebenslange Verhältnis zwischen Wolters und Speer und erschließt weitere Strukturen der Leitungsebenen des „Generalbauinspektors für die Reichshauptstadt”.

André Deschan, 1963 geboren, arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Baugeschichte und Architekturtheorie der Beuth Hochschule für Technik Berlin. Mit der vorliegenden Studie wurde er dort 2013 promoviert. Er lebt als selbständiger Architekt in Berlin.

Wolfgang Schäche, 1948 geboren, ist Architekturhistoriker. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Baugeschichte Berlins, insbesondere in der NS-Zeit. Von 1988 bis 2015 war er Professor an der heutigen Beuth Hochschule für Technik und lehrte Geschichte und Theorie der Architektur.

Ulrike Plewnia, 1961 geboren, ist Redakteurin im Ressort Report beim Focus Magazin. Von 1992 bis 1994 war die Amerikanistin Pressesprecherin des Senators für Stadtentwicklung in Berlin.