Dienstag, 4. Juni 2013 19:00 Uhr

Im Schatten des Weltkriegs. Massengewalt der Ustaša gegen Serben, Juden und Roma in Kroatien 1941–1945

Der Autor Dr. Alexander Korb, Leicester/Jena, im Gespräch mit Prof. Dr. Michael Wildt, Berlin

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Gemeinsam mit dem Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin)

Im April 1941 wurde Jugoslawien nach dem Einmarsch der Wehrmacht als Staat zerschlagen. In Zusammenarbeit mit Mussolini errichtete Hitler einen Satellitenstaat, den „Unabhängigen Staat Kroatien”, der von der faschistischen Ustaša-Bewegung regiert wurde. Vor dem Hintergrund der deutschen und italienischen Besatzungspolitik versuchte diese, gewaltsam einen ethnisch homogenen Nationalstaat zu schaffen und etablierte ein Terrorregime, das sich vor allem gegen Serben, Juden und Roma richtete. Damit entfachte die Ustaša einen Bürgerkrieg, dem über 500.000 Menschen zum Opfer fielen.

In seinem gerade erschienenen Buch Im Schatten des Weltkriegs. Massengewalt der Ustaša gegen Serben, Juden und Roma in Kroatien 1941–1945 (2013) fragt Alexander Korb nach den Motiven und Handlungsspielräumen der Ustaša, dem Verlauf des Gewalteinsatzes sowie nach den Dynamiken des Bürgerkriegs und dem Zusammenhang zwischen Vertreibungsgewalt, Massakern und Gewalt in Lagern. Der Autor beschreibt eine komplexe Spirale der Gewalt, an der kroatische, serbische, deutsche und italienische Akteure beteiligt waren.

Alexander Korb, 1976 geboren, ist Lecturer in Modern European History an der University of Leicester und stellvertretender Direktor des Stanley Burton Centre for Holocaust and Genocide Studies. Gegenwärtig forscht er am Imre Kertész Kolleg an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die NS-Geschichte, die vergleichende Genozidforschung und die Gewaltgeschichte Südost- und Ostmitteleuropas. Mit der vorliegenden Studie promovierte Korb an der Humboldt-Universität zu Berlin. Die Arbeit wurde mit mehreren Forschungspreisen ausgezeichnet. Sie erschien in der Reihe der Hamburger Edition Studien zur Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts, ausgewählt von Jörg Baberowski, Bernd Greiner und Michael Wildt.

Michael Wildt, 1954 geboren, ist Professor für Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt im Nationalsozialismus an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er hat zahlreiche Studien zur Geschichte der Gewalt und zum nationalsozialistischen Terror publiziert.