Dienstag, 27. Oktober 2015 19:00 Uhr

Griechenland im Zweiten Weltkrieg

Begrüßung: Prof. Dr. Andreas Nachama, Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Berlin
Vortrag: Prof. Dr. Hagen Fleischer, Athen
Moderation: Prof. Dr. Miltos Pechlivanos, Berlin

Topographie des Terrors Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Eröffnung der Vortragsreihe Griechenland unter deutscher Besatzung 1941–1944

(Gemeinsam mit dem Centrum Modernes Griechenland der Freien Universität Berlin)

Im Oktober 1940 wurde Griechenland durch italienische Truppen überfallen. Eine griechische Gegenoffensive drängte die Invasoren zurück. Um dem Achsenpartner Hilfe zu leisten und die südliche Flanke für den geplanten Überfall auf die Sowjetunion zu sichern, befahl Hitler den Angriff auf Griechenland, der am 6. April 1941 erfolgte. Anfang Juni war die militärische Besetzung Griechenlands abgeschlossen. Das Staatsgebiet wurde in drei Zonen unter deutscher, italienischer und bulgarischer Besatzung aufgeteilt. Nach der Kapitulation Italiens im September 1943 nahmen deutsche Truppen auch dessen Besatzungszone ein. Insgesamt war die deutsche Besatzungsherrschaft, die auf manchen Inseln bis zur Kapitulation des Deutschen Reichs im Mai 1945 dauerte, blutiger und zerstörerischer als in allen anderen nichtslawischen Ländern.
In seinem Vortrag skizziert Hagen Fleischer den Kriegsverlauf in Griechenland, gibt einen Überblick über die deutsche Besatzungspolitik und diskutiert auch den aktuellen Forschungs- und Wissensstand.

Hagen Fleischer, 1944 geboren, ist Professor em. für Neuere Geschichte mit dem Schwerpunkt Griechische Geschichte des 20. Jahrhunderts an der Universität Athen. Nach einem Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin war er u.a. wissenschaftlicher Mitarbeiter für die Akademie der Wissenschaften in Athen und lehrte zunächst an der Universität Kreta. Er hat über hundert wissenschaftliche Veröffentlichungen vorgelegt, darunter die zweibändige Studie Im Kreuzschatten der Mächte. Griechenland 1941–1944 (Okkupation – Resistance – Kollaboration) (1986) sowie den Aufsatz Schuld und Schulden. Der Fall Griechenland „final geklärt“? (Juni 2015). Sein bislang letztes Buch Oi polemoi tis mnimis (2008, 4. Aufl. 2012) untersucht Erinnerung und Aufarbeitung des Zweiten Weltkriegs im Gedächtnis der Welt. Für seine Verdienste um die deutsch-griechischen Beziehungen erhielt er 2007 das Bundesverdienstkreuz am Bande sowie 2010 die Ehrenmedaille der Berliner Freunde der Griechischen Kulturstiftung.

Miltos Pechlivanos ist Professor für Neogräzistik am Institut für Griechische und Lateinische Philologie der Freien Universität Berlin und Direktor des Centrum Modernes Griechenland.

Griechenland unter deutscher Besatzung 1941–1944 (Flyer, PDF)