Montag, 21. September 2015 19:00 Uhr

Geschichte des Nationalsozialismus im Radio. Themen, Recherche, Inhalte

Vortrag: Dr. Heiner Wember, Münster
Moderation: Prof. Dr. Andreas Nachama, Berlin

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Was können Radiojournalisten in viereinhalb Minuten über die Gründung der Gestapo oder die Novemberpogrome 1938 in Deutschland berichten? Wie gehen sie mit der Tatsache um, dass die Hörer verschiedene Altersstufen haben und unterschiedliches historisches Vorwissen mitbringen? Ist ein Thema wie „der Aufstand im Vernichtungslager Treblinka” überhaupt morgens zur Frühstückszeit sendbar? Wie werden die Sendungen gestaltet, wenn man fünfzehn oder nur viereinhalb Minuten zur Verfügung hat?
Diesen Fragen geht Heiner Wember in seinem multimedialen Vortrag anhand von drei Beispielen für die WDR-Geschichtssendungen ZeitZeichen und Stichtag nach, die in einer Länge von 15 bzw. 4,5 Minuten täglich bis zu 2,5 Millionen Hörer erreichen und als Podcast in ganz Deutschland abgerufen werden. Wember erklärt auch, wie oft Themen zur NS-Geschichte im WDR aufgegriffen werden und wie die Autoren arbeiten.

Heiner Wember, 1959 geboren, ist Radiojournalist und produziert regelmäßig Sendungen zur NS-Zeit für den WDR (ZeitZeichen, Stichtag). Außerdem ist er langjährig als Fernsehjournalist tätig und erstellte Dokumentarfilme u.a. für WDR, NDR und ZDF. Des Weiteren arbeitet er als Dozent und Medien-Trainer. Zuvor absolvierte Wember ein Studium der Neueren und Osteuropäischen Geschichte sowie der Politologie in Münster. Er promovierte mit der Studie Umerziehung im Lager. Internierung und Bestrafung von Nationalsozialisten in der britischen Besatzungszone Deutschlands (1991, Neuauflage 2015). 2008 wurde er mit dem Ernst-Schneider-Preis der Deutschen Wirtschaft ausgezeichnet.

Andreas Nachama ist Direktor der Stiftung Topographie des Terrors.