Dienstag, 6. Oktober 2015 19:00 Uhr

Germaine Tillion. Die gestohlene Unschuld. Ein Leben zwischen Résistance und Ethnologie

Buchpräsentation: Prof. Dr. Mechthild Gilzmer, Saarbrücken
Moderation: Dr. Insa Eschebach, Fürstenberg/H.

Topographie des Terrors  Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Gemeinsam mit der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück)

Germaine Tillion (1907–2008) war eine französische Ethnologin und Widerstandskämpferin. Sie arbeitete in den 1930er Jahren in Algerien als Ethnologin. Seit 1940 engagierte sie sich im Widerstand gegen die Deutschen und wurde im Oktober 1943 in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert. Auf der Grundlage ihrer Beobachtungen entstand nach dem Krieg in Frankreich die erste wissenschaftliche Studie über Ravensbrück (1998 in deutscher Übersetzung erschienen). Während des Unabhängigkeitskriegs kehrte Tillion nach Algerien zurück, engagierte sich für die Unabhängigkeit des Landes und gegen die Anwendung der Folter. Später widmete sie sich vor allem der ethnographischen Erforschung der Situation der Frauen in Afrika. Parallel dazu mischte sie sich stets aktiv in das politische Zeitgeschehen ein. Tillion wurde vielfach geehrt. Am 27. Mai 2015 wurde sie in das Pariser Panthéon überführt.
Das von Mechthild Gilzmer herausgegebene Buch Germaine Tillion. Die gestohlene Unschuld (2015) versammelt erstmals zentrale Texte von Tillion, die aus den verschiedenen Phasen ihres Lebens stammen.

Mechthild Gilzmer, 1953 geboren, lehrt an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken im Bereich Romanistik. Von 1984 bis 1989 war sie als DAAD-Lektorin an der Universität Toulouse-le Mirail tätig, danach als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freien Universität Berlin, wo sie 1993 mit einer Studie über zwei Fraueninternierungslager in Südfrankreich promoviert wurde. Von 1998 bis 2011 lehrte sie zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin, ab 2004 als Gastprofessorin im Fachgebiet Französische Philologie der Technischen Universität Berlin. Gilzmer hat zahlreiche Veröffentlichungen vorgelegt, darunter Widerstand und Kollaboration in Europa (2004, Hg.) und Denkmäler als Medien der Erinnerungskultur in Frankreich seit 1944 (2007).

Insa Eschebach, 1954 geboren, ist Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind die Geschichte und Nachgeschichte des Nationalsozialismus sowie Frauen- und Geschlechtergeschichte.