Donnerstag, 12. Mai 2016 19:00 Uhr

Gedenken an den Genozid gegen die Tutsi in Ruanda

Grußwort:
S.E. Igor Cesar, Botschafter der Republik Ruanda in der Bundesrepublik Deutschland

Vortrag:
Esther Mujawayo, Düsseldorf

anschließend: Podiumsgespräch

Moderation:
Prof. Dr. Andreas Nachama, Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Berlin

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

Anlässlich des 22. Jahrestages des Gedenkens an den Genozid gegen die Tutsi in Ruanda

(Gemeinsam mit der Botschaft der Republik Ruanda in der Bundesrepublik Deutschland)

Anmeldung bis spätestens 8. Mai erbeten unter:
veranstaltungen@topographie.de oder Telefon 030 254509-13

In den Monaten April bis Juli 1994 wurden in dem kleinen zentralafrikanischen Land Ruanda in nur 100 Tagen etwa eine Million Menschen getötet. Der Genozid gegen Tutsi und gemäßigte Hutu ist als einer der „effektivsten” Völkermorde im „Zeitalter der Extreme” des 20. Jahrhunderts bezeichnet worden. Auch 22 Jahre nach dem Genozid gilt es, diese Geschichte aufzuarbeiten. In diesem Jahr soll sich das Gedenken besonders kritisch auf Ideologien beziehen, die den Genozid gegen die Tutsi verkleinern, verleugnen oder gar in seiner geschichtlichen Existenz infrage stellen.
In ihrem Vortrag wird Esther Mujawayo als Zeugin berichten. Im Genozid von 1994 wurden auch ihr Mann Innocent und zahlreiche Familienangehörige ermordet. Sie selbst überlebte mit ihren drei kleinen Töchtern. Eine ihrer Zufluchtstationen war das Hôtel des Mille Collines, das damals als eine der wenigen sicheren und von UNO-Soldaten geschützten Orte mitten in Kigali, der Hauptstadt Ruandas, war.

Esther Mujawayo, 1958 in Ruanda geboren, ist Soziologin, Traumatherapeutin und Autorin. Nach 1994 war sie Mitgründerin der Assoziation der Witwen des Genozids in Ruanda. Seit 2001 arbeitet sie als Traumatherapeutin im Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge in Düsseldorf. Gemeinsam mit Souâd Belhaddad hat sie zwei Bücher veröffentlicht: Ein Leben mehr. Zehn Jahre nach dem Völkermord in Ruanda (deutsche Ausgabe 2005) und Auf der Suche nach Stéphanie. Ruanda zwischen Versöhnung und Verweigerung (deutsche Ausgabe 2007).