Dienstag, 10. Dezember 2013 19:00 Uhr

Ethnische „Säuberungen” in der Moderne. Globale Wechselwirkungen nationalistischer und rassistischer Gewaltpolitik im 19. und 20. Jahrhundert

Buchpräsentation:
Prof. Dr. Michael Schwartz (Berlin)
Podiumsdiskussion
mit Dr. Helga Hirsch, Prof. Dr. Andreas Nachama und Prof. Dr. Michael Wildt (alle Berlin)
Moderation:
Prof. Dr. Andreas Wirsching (München)

Topographie des Terrors, Auditorium
Niederkirchnerstraße 8, Berlin-Kreuzberg
Eintritt frei

(Gemeinsam mit dem Institut für Zeitgeschichte München-Berlin und dem Oldenbourg Verlag)

Ethnische „Säuberungen” sind bis heute die dunkle Kehrseite unserer modernen Demokratisierung und Nationalstaatsbildung – diese These stellt Michael Schwartz in seinem neuen Buch Ethnische „Säuberungen” in der Moderne. Globale Wechselwirkungen nationalistischer und rassistischer Gewaltpolitik im 19. und 20. Jahrhundert (2013) in einen weltweiten Kontext. Bereits im 19. Jahrhundert entwickelten sich der Balkan und die außereuropäischen Kolonien zu „Lernorten” dieser Form von nationalistischer oder gar rassistischer Problemlösung. Ab 1914 schlugen diese Gewalttechniken der Zwangshomogenisierung durch Massendeportationen oder Genozide auf Europa zurück. In den beiden Weltkriegen übertraf ihr Vernichtungspotential alle Vorstellungen. Seither prägten sie die Weltentwicklung – von Palästina, Indien/Pakistan bis zu Ruanda.
Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion thematisieren die Vielfalt ethnisch motivierter Gewalttaten, diskutieren die globalen Zusammenhänge und Wechselwirkungen und fragen auch nach der Spezifik der NS-Gewaltpolitik.

Michael Schwartz, 1963 geboren, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte sowie apl. Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Zu seinen Veröffentlichungen gehört Funktionäre mit Vergangenheit. Das Gründungspräsidium des Bundesverbandes der Vertriebenen und das „Dritte Reich” (2012).

Helga Hirsch, 1948 geboren, ist freie Publizistin in Berlin. Die Politologin war von 1989 bis 1995 Korrespondentin der „Zeit“ in Warschau.

Andreas Nachama, 1951 geboren, ist Direktor der Stiftung Topographie des Terrors und Professor für Holocaust Studies und Jewish Studies am Touro College Berlin.

Michael Wildt, 1954 geboren, ist Professor für Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt im Nationalsozialismus an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Andreas Wirsching, 1959 geboren, ist Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin sowie Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München.